Rückflug ohne Flug



 

Ui, ui, ui, so war das nicht geplant. Heute früh um 8 Uhr am Flughafen lachte mich ein Screen an mit der Info: Easyjet nach Berlin gecancelt! Na super, mal schauen, wie die mich jetzt von hier weg bringen. Ich hab mich ’ne Stunde in ’ne Schlange gestellt um rauszukriegen: Nächster Flug nach Berlin am Sonntag, heute könnte ich nur nach Dortmund fliegen und dann selber sehen, wie ich weiter komme.

Eigentlich hatte ich’s nicht wirklich eilig, aber wollte ganz gerne abends auf der Weihnachtsfeier von ’nem Kunden sein, also hab ich den Dortmund-Flug akzeptiert. 2 Stunden später die nächste Freude: Dortmund auch gecancelt! Inzwischen war gut Chaos auf dem Flughafen, weil bei Easyjet offensichtlich gar nichts mehr ging. Wahrscheinlich wurden sie vom seltenen Wetterphänomen namens Schnee dermaßen überrascht, dass sie nicht mehr weiter wussten. Ich war inzwischen einverstanden am Sonntag zu fliegen und wollte mein Ticket umbuchen lassen. Inzwischen war ihnen aber eingefallen, dass sie doch erst am Montag wieder starten. Ich könnte aber auch einfach die 60 Euro für’s Ticket zurückbuchen lassen.

Ich brauchte einen Schlachtplan, also ab ins Internet und bisschen rumrecherchiert. Auf der Deutschen Bahn Seite fand ich heraus, dass heute abend ein Nachtzug nach Berlin fährt. 125 Euro, mit Bahncard 90. Das war ok, ich fuhr zum Bahnhof um zu schauen, ob ich ’nen Platz bekommen würde. Und man höre und staune: In Budapest kauft man das Ticket für denselben Zug für 39 Euro! Ich muss echt mal checken, ob man sowas immer online bei internationalen Fahrten machen kann, einfach über’s Netz bei ’nem anderen Anbieter buchen und nur ein Drittel bezahlen.

Nun hatte ich noch 7 Stunden Zeit, also klingelte ich wieder bei meinem Hostel. Ich erzählte meine Geschichte und warf meine Sachen in die Ecke. Doch dann traute ich meinen Augen nicht: Das zauberhafteste Wesen, das ich seit Jahren gesehen hatte, sagte hallo zu mir und strahlte mich an. Ein Engel, ein echter Engel! Sie war groß, ein knapper Rock schmiegte sich an ihren Körper, sie hatte unglaublich lange, wohlgeformte Beine, die durch ihre schwarze, glänzende Strumpfhose so richtig zur Geltung kamen. Ihr Gesicht glich dem von Angela aus American Beauty, ihre Augen funkelten wie Sterne. Ich fragte, ob sie gerade angereist sei, sie sagte mit einer Feenstimme: „Nein, ich arbeite hier.“ Vielleicht doch erst Montag fliegen? Ich erzählte ihr irgendwas, an das ich mich jetzt schon nicht mehr erinnern kann, sie antwortete, ohne dass ich viel verstand, aber das Gespräch war trotzdem wundervoll. Ihre Augen flirteten mit jedem Wimpernaufschlag.

Leider begegnete mir dieses Wesen zu spät, um irgendwas draus zu machen, bald würde ich im Zug nach Berlin sitzen. Ich schaffte es irgendwie, meine Fassung wieder zu erlangen und überlegte, was ich mit dem restlichen Tag so anstellen konnte. Ich hatte es: Nochmal die Therme ausprobieren! Ich riss mich von der Frau los und machte mich auf den Weg. Unterwegs ’ne Badehose gekauft und rein ins Vergnügen.

Ich hatte mit ’nem kleinen Pool gerechnet, und mich echt gefragt, was ich da mehrere Stunden sollte. Aber das Teil war riesig! Ungefähr 20 Becken von klein bis groß, von 18 bis 40 Grad, von still bis sprudelig, das Paradies! Ich liebte es. Die Ungarn offensichtlich auch, besonders die älteren, dickeren Männer. :) Aber dazwischen kann man auch immer wieder junge, hübsche Ungarinnen und Touristinnen sichten. Es ist lustig, die älteren Männer dabei zu beobachten, wie sie den jungen Dingern hinterherschauen und dabei argwöhnisch von ihren Frauen beobachtet werden.

Außer den Pools gibt’s insgesamt 6 Saunen, ich musste natürlich alle ausprobieren. Am fettesten hat mir die Dampfsauna zugesetzt. Dort waren’s zwar nur gut 50 Grad, aber die Feuchtigkeit hat mir fast die Luft genommen und wie kochendes Wasser auf der Haut gebrannt.

Draußen gab’s auch noch 3 Pools, bei -5 Grad war das echt ein Erlebnis. Von der Sauna in die Kälte und dort ins heiße Wasser, coole Sache auf jeden Fall. Ich hab dann zwei unglaublich exotische Mädels gesehen, bestimmt Travelerinnen aus irgendeinem geheimnisvollen asiatischen Land. Die eine war eine der schönsten Frauen, die ich je in meinem Leben gesehen hab. Dass ich das schon zum 2. Mal an einem Tag denke, ist echt interessant. Die Reise hat irgendein Feuer in mir entfacht und es fühlt sich richtig gut an.

Ich wollte mir eigentlich noch ’ne Massage verpassen lassen, aber leider war alles ausgebucht. Also zurück ins Hostel. Die Fee saß am Empfangstisch, strahlte mich an und hatte dabei einen Blick drauf, den ich nur als puren Sex bezeichnen kann! Wie in Trance fragte ich, ob sie Kaffee will. Wir tranken den zusammen und redeten. Eigentlich hatten wir mentalen Sex, ich zumindest mit ihr. :) Ich hörte mich sagen, dass Berlin wurderbar ist und sie unbedingt mal hinfahren sollte. Sie wurde von Sekunde zu Sekunde noch schöner, doch irgendwann war die Zeit gekommen und ich musste los. Ich gab ihr noch meine E-Mail-Adresse und sagte, sie solle sich melden, wenn sie da ist. Sie strahlte mich immer noch an, dann schloss ich die Tür und machte mich auf den Weg Richtung Bahnhof.

Plötzlich waren überall wunderschöne Frauen. Tausendmal mehr als an den Tagen davor. Und das an meinem Abfahrtstag! Das hat eventuell auch eine kleine psychologische Komponente, aber stimmen tut’s trotzdem. Mein Schluss kann nur sein: Ich komme wieder, und dann ist Zeit für Party!

Jetzt sitze ich im Nachtzug nach Berlin und im Nebenabteil sitzt eine freakige Engländerin, die nicht damit einverstanden ist, dass der Zug über Bratislava fährt. Sie diskutiert permantent mit dem Personal und scheint die Route ändern zu wollen, echt lustig. :)

In meinem Abteil sitzen ausschließlich Easyjet Opfer vom Flughafen heute morgen. In 10 Stunden bin ich wieder in Berlin, die Woche war wunderbar und mein Leben hat den dringend nötigen Reboot bekommen!

Sightseeing auf singapurianisch



 

Budapest besteht ja aus zwei Teilen, Pest auf der östlichen Donauseite, Buda auf der westlichen. Bis jetzt war ich nur in Pest unterwegs, deshalb wollte ich mir heute endlich mal die Buda-Seite anschauen. Es gibt ’ne „kostenlose“ Walking Tour, die mir vom Hostel empfohlen wurde. Letztendlich ist sie nicht wirklich kostenlos, weil die Führerin ein Trinkgeld haben möchte und auch gleich dazu sagt, dass es so 2000 Forinth (8 Euro) für jeden sein sollten. Aber war wirklich nett, sie war cool drauf und ich hab ’ne Menge gesehen. Buda ist wirklich schön, ziemlich anders als Pest, nämlich eher chillig, hügelig und mit kleinen, süßen Häuschen bebaut. Das Schloss macht von der Pest-Seite aus aber mehr her, als wenn man wirklich davor steht. Dafür ist die Aussicht vom Schloss aus nach Pest hinüber richtig schön.

Mit mir waren ein Amerikaner, eine Australierin und zwei Singapurianerinnen unterwegs. Der Amerikaner und die Australierin gingen gar nicht, die waren von der Sorte Traveller, die auch auf der anderen Seite der Erde nicht über ihren beschränkten Horizont hinauskommen. Der Amerikaner war immer wieder begeistert davon, dass an jeder Ecke ein Burger King steht und er auch hier überall amerikanische Charthits hören kann. Die Australierin war einfach nur scheiße. Und Scheiße kannst du hinpacken wo du willst auf der Welt, es bleibt eben immer noch Scheiße.

Die zwei Singapurianerinnen waren aber supersüß. Hab ’ne ganze Weile mit denen geschnackt und war mal wieder hin und weg von diesem asiatischen, comichaften Mädchen-Charme. Allein die Geräusche, die sie beim Staunen von sich geben, lassen mich einfach dahinschmelzen. Ich muss unbedingt mal länger nach Asien, ist mir da wieder mal aufgefallen.
Lustig find ich, dass die beiden englisch miteinander reden (sollte zumindest englisch sein), obwohl sie beide chinesich als Muttersprache sprechen. Aber in Singapur wird indisch, chinesisch und malaysisch gesprochen, deswegen haben sich scheinbar alle darauf geeinigt, dass sie mit englisch am besten über die Runden kommen. Außerdem finden die beiden chinesisch zu schwer. Zu scher, ihre eigene Muttersprache! Singapur ist schon ein komisches Land. Es gibt hohe Strafen für alles, z.B. auf die Straße spucken. Die beiden finden das völlig normal und schauten mich verwundert an, als ich ihnen sagte, dass das in Europa jeder machen kann, wenn ihm danach ist.

Ist aber mal wieder ’ne super Erfahrung, eine Art Metaperspektive zur eigenen Kultur einzunehmen und z.B. zu erklären, wie Weihnachten gefeiert wird. Ich bin ja nicht soooo weit von zu Hause weg und auch nicht wirklich im Urlaub und trotzdem fühlt sich alles plötzlich so sehr nach Travelling an, I love it!

Abends hab ich bei ’ner Firma vorbei geschaut, die ein Projekt für ‘nen Kunden von umgesetzt hat und mir bisschen was erklären lassen. War nett, auch mal bisschen Businesswelt in Budapest zu sehen. Ich krieg hier so viel Input, Impressionen und einfach Leben mit, die Dezemberdepression ist mittlerweile in ein völliges Hochgefühl umgeschlagen.

Morgen früh geht’s auch schon wieder in den Flieger zurück nach Berlin. Hab mir gerade noch ’ne fette Abschiedsvöllerei mit Steak, Bier, Wein und Palatschinken gegönnt. Der perfekte Abschluss, ich liebe Budapest und ich liebe mein Leben wieder!
Im Hostel ist inzwischen eine Chilenin eingetrudelt. Süßes Ding mit ’nem bisschen dicken Hintern, aber alles in allem schon schnuckelig. Allerdings hat sie so was seltsam gelangweiltes (nur gespielt?) an sich, das bei mir sofort alle Alarmglocken läuten lässt. Ich kenne mich inzwischen zu gut, um zu wissen, dass ich leicht auf sowas abfahre in der Hoffnung, in ihr was verborgenes wecken zu können. Am Ende ist da aber nie was weckbares, also hab ich’s bei bisschen Geschnacke über meine Südamerikareise belassen und keine weiteren Annäherungsversuche gestartet. Jetzt sitzt sie auf’m Sofa und guckt DVD. Ich hab aber das Gefühl, dass sie dabei immer zu mir rüber schielt. Nee, nee, das lass ich wirklich. Ich verzieh mich gleich ins Bett und geb mir noch ’ne Runde Online-Poker.

Teneriffa-Tour



 

Endlich klappt mal was auf dieser Reise, wenn auch nur knapp. Die Bürokratie, um Tickets für die Fähre nach Teneriffa zu kriegen, muss man erstmal durchschauen, letztendlich hat’s aber hingehauen. Um 11 Uhr kamen wir in Santa Cruz de Tenerife an und mieteten uns im Hostel Casablanca ein. Außer uns war kaum jemand dort, also bekamen wir das beste Zimmer am Platz mit Balkon.

Der Hostelwart war ca. 60 Jahre alt und Vertreter einer ganz eigenen Spezies. Die Wohnung seiner Familie hatte eine Tür zum Hostelbereich, diese stand immer offen und er saß dahinter auf einem Stuhl und guckte, guckte und guckte, was so passierte. Das bemerkenswerte daran war, dass eigentlich überhaupt nichts passierte, weil niemand da war, aber das schien ihn nicht zu stören.

Johannes und ich zogen los, um ein Auto zu mieten, wir fanden einen kleinen Fiat Punto für 30 Euro am Tag. Den sicherten wir uns für drei Tage, um damit bisschen über die Insel zu düsen. Heute ging’s gleich mal los in die Berge rein. Die Landschaft hier ist super, verwinkelte Serpentinen führen durch kahle Berglandschaften. Aber nur einige Kilometer später verwandelt sich die Natur schon wieder und plötzlich findet man sich in dichten, grünen Wäldern wieder. Teneriffa hat auf seiner kleinen Fläche neun verschiedene Klimazonen, dadurch bleibt’s immer schön abwechslungsreich.

Abends machten wir einen Abstecher nach La Laguna, eine Stadt direkt neben Santa Cruz mit einem wunderschönen historischen Kern. Außerdem gibt’s dort die einzige Universität auf den Kanaren, deshalb lebt viel junges Stundentenvolk dort, Touristen allerdings nur wenige. Das machte uns zu einer echten Attraktion, hübsche, junge Studentinnen drehten sich nach uns um und machten uns schöne Augen. Einmal winkten uns zwei Mädels auf der Straße hinterher, in einem Cafe tuschelten und kicherten die Studentinnen am Nachbartisch laufend. Wir konnten es kaum glauben und fühlten uns wie Brad Pitt. Hier müssen wir unbedingt mal ’ne Partynacht verbringen, La Laguna, wir kommen wieder!

Die schönste Altstadt der Welt…



 

…gefühlt jedenfalls für mich im Moment gibt’s in Cartagena. Bin heute Mittag mal zum historischen Zentrum gefahren, ein Stadtteil, der 400 Jahre alt ist und von einer hohen Mauer umgeben. Wegen anhaltender Piratenangriffe im 16. Jahrhundert haben die Spanier diese Mauer errichtet, die Fertigstellung hat 200 Jahre gedauert.

KircheLaterne und HausTurmStraße

Der Stadtteil ist so gut wie unverändert erhalten und wurde komplett restauriert. Es fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise, in den kleinen Straßen mit den überhängenden Balkonen herumzustreunen.

Unterwegs hab ich meine Kollegen aus Medellin zufällig getroffen, die heute Morgen hier angekommen sind. Heute Abend werden wir mal bisschen auf die Piste gehen und uns die wunderschönen Frauen von Cartagena näher anschauen. Medellin ist zwar für seine hübschen Frauen berühmt, die waren mir aber viel zu weiß, sowas kann ich in Deutschland auch haben. Hier an der Karibikküste sind sie aber entweder komplett schwarz oder Mulatten, für mich genau perfekt. :)

Die Friseuse mit der hübschen Tochter



 

In Kolumbien hat niemand blonde Haare und Touris gibt’s auch nicht gerade in Massen, ein Blonie-Bonus könnt sich hier also massiv auszahlen. Meine Strähnen sind nach dem letzten Friseurbesuch fast komplett abgeschnitten und ich hab ’ne ganze Weile hin und herüberlegt, ob ich mir neue besorgen sollte. Mir würden zwar Chicas auf 100 Meter Entfernung zujubeln, aber auch für jeden sonst wäre ich direkt als ausraubenswerter Gringo zu erkennen. Man muss Prioritäten setzen, also bin ich gestern Abend zum Friseur gegangen.

Die Friseuse war ’ne nette, geschwätzige Dame und hat mir ’ne ganze Menge über die Region erzählt und was es hier alles zu sehen gibt. Ich wollte nach wie vor am nächsten Tag weiter Richtung Norden nach Medellin ziehen, aber sie hat mich überzeugt, tagsüber noch ’nen Ausflug ins nahegelegene Silvia zu machen. Silvia ist ein kleines Städtchen im Grünen, umgeben von viel indianischer Kultur. Sie meinte, ich solle bloß vor Einbruch der Dunkelheit zurück kommen, um die Entführungsgefahr zu minimieren. Nach Medellin könne ich aber ruhig den Nachtbus nehmen, den die Straße dorthin sei ruhig und stark bewacht. Das ist mir auch ganz recht, denn die 12 Stunden Fahrt dorthin hätten sonst ’nen ganzen Tag vergeudet. Ich freue mich schon richtig auf den Norden, denn angeblich ist das Volk dort komplett besessen von Rumba (Party).

Immer wieder erzählte die Friseuse von ihrer 19jährigen Tochter namens Alejandra, was mich nach und nach immer neugieriger machte. Kurz darauf kam sie schließlich im Laden… mit ’nem sehr beeindruckenden Dekolleté. Sie schnackte mit ihrer Mutter, hin und wieder auch mit mir und war echt ein süßes Ding. Ihre Augen waren leicht asiatisch angehaucht, so bisschen im Peru-Style, das find ich ja ziemlich sexy.

Felix und Alejandra

Irgendwann war mein Kopf fertig behandelt und ich wollte Fußball gucken gehn. Eigentlich hatte ich mich auf das Rückspiel des südamerikanischen Champions-League-Finales mit Liga de Quito gefreut, aber das interessierte in Kolumbien gerade keinen, weil hier zeitgleich das Finale von so ’ner Art kolumbianischem DFB-Pokal stieg. Die ganze Stadt war aus dem Häuschen und schon den ganzen Tag am Fahnen schwingen. Es sah nach ’ner guten Party aus, da wollte ich auf jeden Fall dabei sein. Ich fragte Alejandra, ob sie nicht mitkommen will. Sie hatte am nächsten Tag ’ne Prüfung in der Uni, wusste aber auch Prioritäten zu setzen und war einverstanden. :)

Ich kaufte uns ein paar Bierchen und wir schnackten schön. Der Fußball war auch nicht schlecht, aber nicht annähernd so interessant wie Alejandra. Am Ende stand’s 1:1, in ’ner Woche gibt’s ein Rückspiel. Das Ergebnis war Grund genug für Hupkonzerte und Autokolonnen in Paraty. :) Ich trank noch ein Abschiedsbierchen mit Alejandra, dann brachte ich sie zurück nach Hause.

Party in Quito



 

Nach den ruhigen Tagen in den Bergen hat’s mich gestern Abend wieder mal richtig nach ’ner heißen Runde Reggaeton gedürstet. Vorher hab ich aber noch ’nen Stopp in ’nem Parilla-Restaurant gemacht und die mir die mittlerweile schon bekannte Kilopfanne Fleisch bestellt. Das werd ich in Deutschland vermissen, da gibt’s sowas wohl nur zu unbezahlbaren Preisen.

Danach hab ich in der Bar vorbei geschaut, in der ich letzte Woche den Deutschen Jonas kennen gelernt hatte, und tatsächlich war er wieder da. Ich lernte zwei ecuadorianische Freunde von ihm kennen, wir schnackten bisschen und tranken lecker Mojito. Dann zogen weir weiter in ’ne Disco, in der angeblich gut Reggaeton laufen sollte.

Tat es dann aber leider gar nicht, die Musik war scheiße und der Laden gringoverseucht. Die beiden Ecuadorianer versuchten mir hier und da ’ne Chica zum Tanzen schmackhaft zu machen, aber keine gefiel mir, entweder es waren Gringas oder sie waren hässlich. Ich spielte ’ne Runde Billard, es wurde später und später und meine Stimmung nicht besser. Plötzlich sah ich eine kleine, süße Maus am Rand der Tanzfläche sitzen. Ich fragte sie einfach, wie sie heißt und wir kamen ins Schnacken. Die Kleine hieß Marildy und „klein“ ist hier wörtlich zu nehmen, 1,48 Meter, aber superschnucklig irgendwie, sie war Halb-Chichua und hatte deshalb was sehr indianisches an sich.

Bald machte die Disco dicht und ich schlug vor, noch zu ’nem After-Hour Laden um die Ecke zu gehen. Den kannte ich schon von letzter Woche und ich wusste, dass ich da auf jeden Fall meine Reggaeton-Dosis kriegen würde, was natürlich hervorragende Aussichten mit Marildy waren. :) Sie war einverstanden und wir zogen weiter.

Lagune Quilotoa



 

Heute Morgen hab ich ’nen Bus nach Latacunga genommen. Von dort aus führt eine Straße ringförmig durch die indianische Bergregion Ecuadors, die Quilotoa-Loop genannt wird. „Straße“ sollte man dabei nicht so wörtlich nehmen, meistens gleicht sie eher einem Feldweg.

Meine erste Station auf dem Loop war die Lagune Quilotoa, die in einem mittlerweile inaktiven Vulkankrater liegt. Daneben gibt’s ein kleines Dörfchen namens Quilotoa, wo man ’ne Unterkunft finden kann. Die Behausungen sind sehr einfach, einige sind eher ’ne Scheune als ein Haus. Ich hab nach ’ner Weile aber ein ganz annehmbares Zimmer gefunden. Um so ärgerlicher war, dass kurz danach zwei Französinnen ankamen und behaupteten, schon am Morgen das Zimmer gemietet und ihre Rucksäcke unterm Bett deponiert zu haben. Wohl oder übel musste ich ins Nachbarzimmer umziehen, ein dunkles Loch ohne Fenster. Grummelig fügte ich mich meinem Schicksal und machte mich dann auf zur Lagune.

Lagune QuilotoaReiterinLagune aus der NäheBootsjunge

Die war dann wirklich atemberaubend und meine Stimmung hellte sich wieder auf. Quilotoa liegt 3800 Meter über dem Meeresspiegel, bis nach unten zur Lagune sind’s 500 Meter Höhenunterschied. Es dauert ’ne ganze Weile bis runter, aber von allen verschiedenen Blickwinkeln und Höhen aus entfaltet der Anblick der Lagune jedes Mal seine ganz spezielle Wirkung. Das Wasser wechselt seine Farbe je nach Sonneneinstrahlung von grün zu blau bis türkis. Die genaue Tiefe kennt niemand, bis jetzt wurde nur an einer Stelle gemessen und man kam auf 800 Meter. An der linken Seite gibt’s Strudel und keiner traut sich wirklich hin, dort weiß man die Tiefe einfach nicht.

Unten angekommen traf ich auf ’ne Touri-Gruppe, von der ich mich aber schnell entfernte. Das war der perfekte Ort, um bisschen Einsamkeit zu genießen, ich setzte mich ans Ufer und träumte vor mich hin. Bald machten sich die Gringos zum Glück aus dem Staub und ich war wirklich fast alleine, außer mir hopsten nur drei einheimische Jungs rum. Ich quatschte sie an, zuerst waren sie wie alle Quichua extrem schüchtern und trauten sich kaum was zu sagen. Ich ließ ein paar Steine auf der Wasseroberfläche springen und fragte, ob sie das auch könnten, da tauten sie langsam bisschen auf.

Es stellte sich heraus, dass die Familie der Jungs Pferde und Boote für Touris verlieh. Die drei fragten mich, ob sie mich für zwei Dollar mit dem Schlauchboot zu ’ner heißen Quelle bringen sollten. Ich war einverstanden und wir runderten um die Ecke. Die Knirpse waren alle so um die 10 Jahre alt, ich half beim Rudern so viel ich konnte. Bald war ich allerdings mehr aus der Puste als sie. :)

Die heiße Quelle war dann nicht wirklich spektakulär und nicht mal heiß, es sprudelte einfach bisschen lauwarmes Wasser aus dem Berg. Allerdings war’s den Spaß wert, bisschen auf der Lagune rumzupaddeln. Wir ruderten wieder zurück an Land und die Jungs versuchten, mir ’nen Pferderitt für den Aufstieg anzudrehen. Dafür hätten sie allerdings hochflitzen müssen, das Pferd runter holen und dann mit mir wieder hochreiten. Sie meinten, sie bräuchten nur 45 Minuten nach oben, ich aber 1 1/2 Stunden. Das wollen wir doch erstmal sehen, dachte ich mir. Ich lehnte dankend ab und flitzte nach oben, nicht ganz in 45 Minuten, aber in 50 hab ich’s geschafft.

Abends im Hostel traf ich die beiden französischen Zimmerräuberinnen wieder. Sie hatten inzwischen noch ’nen Franzosen namens Antony aufgegabelt, der eigentlich in ’nem Zelt schlafen wollte, sich dann aber überreden ließ ins Hostel zu ziehen. Die Mädels waren 19 und 20 Jahre alt und wirklich schnuckelige Mäuschen. Nach dem Essen wollten sie leider gleich schlafen gehen. Ich hab noch ein Stündchen mit Antony geschwatzt und werd mich jetzt wohl auch ins Bett verziehen.

Quito von oben mit 5 Equadorianerinnen



 

Gestern bin ich wirklich mal früh im Bett gelandet, aber erst nachdem ich ’nen Flatrate-Grill mit 8 verschiedenen Fleischsorten leergefuttert hab. :) Deshalb hab ich’s heute aber endlich mal früh genug aus’m Bett geschafft, um mir Quito bei Tag anzuschauen. Zuerst bin ich zum telefériQo gefahren, ’ner Seilbahn, die einen von der 2800 Meter hoch gelegenen Stadt auf den 4100 Meter hohen Berg Cruz Loma bringt. Da oben war’s dann schon ganz schön frisch, aber man hatte ’nen guten Überblick über die Stadt. Hartgesottene laufen von dort aus zum 4700 hohen Rucu Pichincha, aber angesichts der Tatsache, dass ich vor drei Tagen noch auf Meereshöhe war, wurde mir die Luft dafür etwas zu dünn.

Seilbahn telefériQoNorden von QuitoSüden von QuitoFelix und 5 Equadorianerinnen

In die Seilbahnwaggons passen sechs Personen, auf dem Weg nach unten hatte ich das Glück, mit fünf 19jährigen Equadoriannerinnen in einem zu landen. Sie waren Medizinstudentinnen aus ’ner Stadt drei Stunden südlich von hier und machten ’nen kleinen Samstagsausflug nach Quito. Ich quatschte bisschen mit ihnen und nach fast jedem Satz, den ich sagte, erschallte aus fünf Mündern gleichzeitig ein erstauntes „Aaahhhh!“. :)

Am unteren Ende der Seilbahn gibt’s ’nen kleinen Freizeitpark, die Mädels fragten mich, ob ich ’ne Runde Achterbahn mit ihnen fahren will. Klar wollte ich, das Teil hatte sogar ’nen kleinen Looping und es gab ein schönes Gekreische.

Das war aber noch gar nichts gegen das Spukhaus, das wir uns danach gaben. Das war gar nicht mal schlecht, ständig kamen aus irgendwelchen dunkeln Ecken Gestalten gesprungen und verbreiteten Grusel. Sowas ist zusammen mit fünf Mädels natürlich der Oberknaller, es gab ordentlich Gequietsche und eine von ihnen namens Marilu krallte sich die ganze Zeit an mir fest und ließ mich nicht mehr los. :)

Mit ihr hab ich dann ’ne ganze Weile gequatscht, war echt ’ne richtig süße und nette. Ich schlug vor, noch bisschen durch die Stadt zu latschen, Marilu war auch recht angetan von der Idee. Die anderen Mädels waren allerdings recht faul und nörgelten rum, nach ’ner Stunde beschlossen schließlich alle, wieder nach Hause zu fahren. War ’ne schöne Bekanntschaft auf jeden Fall. :)

Wir werden Europameister!



 

Heute war alles EM. Zumindest für mich. :) Um 1 Uhr hab ich mich auf die Suche nach ’ner Kneipe mit Fernseher begeben, 45 Minuten später sollte das Viertelfinale gegen Portugal losgehn. Ein Typ vor ’nem mexikanischen Restaurant fragte, ob ich mexikanisches Essen mag. Ich meinte, viel lieber mag ich Fußball und fragte, ob es drinnen ’nen Fernseher gibt, wo ich EM gucken kann.

Er war einverstanden, ich ging rein und sah, dass im ganzen Restaurant fünf fette Bildschirme verteilt waren, die alle auf das gleiche Programm geschaltet waren. Für mich wurde zur EM umgeschaltet, nun lief auf allen fünf Screens Fußball und jeder musste mitgucken. Ich war als einziger wirklich mit dem Herzen bei der Sache, jubelte dreimal laut und wurde von allen Seiten lustig angeguckt. :)

Aber was für ein Spiel, Mann, Mann, Mann. Nach der Vorrunde hätte ich keinen Cent auf unsere Jungs verwettet. Aber schon in den ersten Minuten wurde mir klar, dass diesmal ’ne andere Mannschaft auf dem Platz steht als gegen Österreich. Schweini und Poldi zusammen auf dem Platz und davor Klose, mit so ’ner Angriffspower mussten ein paar Dinger einschlagen. Die Kombination von Mittelfeld und Sturm hat mir hervorragend gefallen, da konnten die Portugiesen oft nur hinterhergucken. Nur die Abwehr hat mir einige Sorgen bereitet. Zu oft war sie nicht nah genug am Mann dran oder hat zu spät attackiert. Aber Angriff ist die beste Verteidigung und so haben wir die Portugiesen spektakulär nach Hause geschossen. Jetzt ist alles möglich, hab gleich mal 5 Euro auf EM-Sieg Deutschland gesetzt. :)

Sonst hab ich heute nicht viel gemacht außer bisschen im Internet rumgehangen. Lustig: Ich hab ’ne Mail von Paul gekriegt, der inzwischen in Rio de Janeiro angekommen ist. Er meinte, ’ne Engländerin aus seinem Dorm im Hostel hätte von ’nem Deutschen erzählt, der vor ein paar Tagen abgereist ist und sich in seiner letzten Nacht in eben jenem Dorm so laut mit ’nem Mädel vergnügt hatte, dass der ganze Dorm aufgewacht ist. Paul fragte, ob der Deutsche zufällig Felix hieß und zufälligerweise war das sein Name. :)

Gringo-Party in Montañita



 

Gestern Abend hab ich mich auf Partysuche in Montañita begeben. Eigentlich geht dort richtig die Post ab, aber ich hatte ein schlechtes Timing, am Dienstagabend war nicht viel los. Es gab nur zwei offene Läden und dort war Gringo-Party angesagt. Am Wochenende strömen wohl Massen an Equadorianern – und Equadorianerinnen – nach Montañita, aber so lange kann ich nicht warten.

Also hab ich ein paar Bierchen und Caipis gezischt und mit ein paar Travellern gequatscht. Ich hab ’nen Israeli kennen gelernt, der ausnahmsweise mal nicht mit ’ner Truppe in Kompaniestärke unterwegs war und noch dazu ganz nett, es gibt also noch Wunder auf dieser Welt. Ich hab ihm vom Hund in Puerto Lopez erzählt, der mich den ganzen Tag verfolgt hat. Er fragte mich, ob das zufällig im „Sol Inn“ Hostel war. Schließlich erzählte er mir, dass es ihm genauso ging und Helen ihm zwei Tage auf den Fersen war. Scheint ihr Hobby zu sein, Touris zu verfolgen. :)

Außerdem hab ich ’ne Deutsche kennen gelernt, die sich furchtbar über die einheimischen Kerle am Billard-Tisch aufgeregt hat mit ihrem Macho-Gehabe und ihren Prollsprüchen. Dann hat sie ’ne Runde mit ihenen gespielt und bald darauf hab ich sie mit einem von ihnen ihrem Hotel verschwinden gesehen. Es ist doch überall das gleiche auf der Welt. :) Die anderen Mädels waren nicht so das Wahre, wie ich bald feststellte, deshalb hab ich mich irgendwann ins Bett verdrückt.