Graf Dracula und Deutschland in Rumänien



 

Heute Morgen haben wir uns schweren Herzens von unserer Feuerstelle am See getrennt und sind weiter nach Brasov gefahren, das auf deutsch Kronstadt heißt. Brasov ist ein süßes Städtchen mit kleinen, herausgeputzten Häuschen, die malerisch vor einem bewaldeten Berg liegen. Es wirkt, als wären wir wieder in Deutschland, denn so ziemlich jedes öffentliche Schild ist auf deutsch übersetzt, auf der Straße werden wir von Einheimischen auf deutsch angesprochen und gerade sitze ich im Restaurant „Am Rosenanger“ und habe soeben Bratwürste mit Bratkartoffeln verzehrt. Ich weiß nicht so ganz genau, wie das nun historisch zusammenhängt, auf jeden Fall hieß Transsylvanien vor dem 2. Weltkrieg „Siebenbürgen“ und gehörte zu Österreich-Ungarn.

Heute Nachmittag machten wir einen Ausflug ins nahe gelegene „Brans Castle“, das geschickt als Schloss von Graf Dracula vermarktet wird. Touristenmassen strömen dorthin, allerdings hat das Schloss mit Graf Dracula so ziemlich gar nichts zu tun. Alles was man weiß ist, dass der Autor des 1897 erschienenen „Graf Dracula“ Romans Bram Stoker sich von der transsylvanischen Geschichte inspirieren ließ. Eventuell war dabei Vlad Țepeș, ein grausamer walachischer Herrscher, sein Vorbild, doch das ist umstritten. Und eventuell, man weiß es nicht so genau, verbrachte Vlad Țepeș einmal wenige Nächte in Brans Castle. Nichtsdestotrotz wird es geschickt als Dracula-Schloss vermarktet und niemand scheint sich an der hanebüchenen Erklärung zu stören. Schön anzuschauen war das Schloss allemal, wenn auch mit etwas zu vielen Menschen und Souvenir-Shops für meinen Geschmack.

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