Das Pfauentor im Stadtpalast

Jaipur – Schnapsspende für Gott Shiva

Jaipur ist schön und ich habe Gefallen am Regen gefunden – kurzzeitig. Gott Shiva bekam eine Flasche Schnaps gespendet – nicht von mir.



 

Jaipur, die Hauptstadt von Rajasthan, ist schön. Aber nicht im Sinne von „glattgeleckt schön“, sondern schön mit all den Ecken und Kanten, die jede indische Großstadt nun einmal so hat. Nach den vielen Wochen im indischen Landesinneren, in denen ich, mal abgesehen von Varanasi, kaum auf andere Touristen getroffen bin, ist in Jaipur das Gegenteil der Fall. Von Backpackern bis zu Reisegruppen im betagten Alter werden querbeet verschiedenste Leute von der „Pink City“ angezogen. Nun, wo die letzten 2 Wochen meiner Zeit in Indien angebrochen sind, bin ich nach langer Abstinenz auch wieder bereit dafür, mich ein wenig im Touristenstrom treiben zu lassen.

Straßenbaustelle in Jaipur
Straßenbaustelle in Jaipur
Hawa Mahal, das Wahrzeichen von Jaipur
Hawa Mahal, das Wahrzeichen von Jaipur

„Pink City“ – die Altstadt von Jaipur

Ich schaute mir die in rosa gehaltene Altstadt an, die Jaipur den Namen „Pink City“ gab. Das Wahrzeichen ist der 1799 gebaute Palast Hawa Mahal, dessen sich nach oben verjüngende Fassade spektakulär heraussticht. Im 1890 errichteten Stadtpalast wiederum gibt es viele kleine und große Schätze zu entdecken. Zum Beispiel stehen dort die größten Silbergefäße der Welt, zwei überdimensionale Karaffen, die jeweils 4000 Liter Wasser, Wein oder was auch immer fassen. Oder das „Pfauentor“, ein Durchgang, der mit bunten Steinpfauen auf einem wunderschönen Mosaik geschmückt ist.

Das Pfauentor im Stadtpalast
Das Pfauentor im Stadtpalast
Teil vom Stadtpalast von Jaipur
Teil vom Stadtpalast von Jaipur

Lust auf Regen

Am besten gefiel mir aber das hoch über Jaipur thronende Nahagarh Fort, von dem aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt hat. Als ich da so stand und diesen Blick genoss, begann es plötzlich zu regnen. Regen mitten in der Trockenzeit – absolut untypisch aber irgendwie schön. Die letzten Regentropfen hatte ich in Nepal auf meinem Fußmarsch durch die Chepang Region gesehen. Das ist nun 2 1/2 Monate her, ich kann mich noch genau daran erinnern. Ständiger Sonnenschein hat tatsächlich bei mir zu sowas wie Lust auf Regen geführt.

Blick vom Nahargarh Fort über Jaipur
Blick vom Nahargarh Fort über Jaipur
Das Amber Fort im grauen Regen
Das Amber Fort im grauen Regen

Das ältere und eigentlich spektakulärere Amber Fort nahe Jaipur schaute ich mir am nächsten Tag an, im strömenden Regen, der immer noch nicht enden wollte. Meine Freude darüber hatte inzwischen spürbar nachgelassen, so grau in grau machte das Fort an diesem Tag nicht allzu viel her.

Schnapsspende für Gott Shiva

Lustig fand ich allerdings, dass ein Mann im angrenzenden Hindu Tempel eine große Flasche Rum als Spende für Gott Shiva mitgebracht hatte. Alkohol darf in der Nähe von Tempeln und heiligen Orten eigentlich weder getrunken, noch verkauft werden, hier wurde er mitten in den Tempel hinein getragen. Ein paar Jungs erklärten mir, dass einige Götter Alkohol an Spende akzeptieren würden, Shiva sei einer davon. Sollte die Flasche am nächsten Morgen leer sein, möchte ich allerdings meinen Arsch drauf verwetten, dass nicht die steinerne Shiva Statue sie geleert hat.

7 thoughts on “Jaipur – Schnapsspende für Gott Shiva”

  1. Hallo Franziska, danke für die Blumen.

    Es hat bei mir ein paar Wochen gedauert, bis ich Indien so richtig ins Herz schließen konnte, aber inzwischen liebe ich dieses Land wirklich. Kann ich dir nur wärmstens ans Herz legen. :)

  2. Hallo Felix,
    wir sind gerade in Jaipur angekommen. Es regnet in strömen, wir sind nur morgen hier und der Wetterbericht bleibt bei Gewitter…
    Ich bin jetzt zum 5ten mal in Indien und hatte bisher auch nur Sonne, mal sehn, wie es morgen wird.
    Hast Du noch Tipps für uns, Abseits der Touristenpfade?

    Gruß
    Jochen

  3. @Jochen: Super, ich hatte einen netten Regenguss in Jaipur. Tut aber zur Abwechslung auch mal ganz gut. :)

    Gute Reise weiterhin!

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