Dawei – Traumstrände fast menschenleer

Rund um Dawei fand ich fast menschenleere Traumstrände. Im Meer machte ich Bekanntschaft mit einer Strömung, die mir hätte zum Verhängnis werden können.



 

Das Städtchen Dawei liegt auf einer Halbinsel, von der ich gehört hatte, dass sie wunderbare, unberührte Strände bieten soll. Ich ließ mich hier für einige Tage nieder, um diese zu erkunden. Dawei ist erst seit drei Jahren für Ausländer zugänglich und deshalb touristisch kaum erschlossen. Es sind aber schon merklich mehr Besucher hier unterwegs, als weiter südlich in Myeik. Trotzdem werde ich auf der Straße noch von allen Seiten gegrüßt, wenn auch nicht mehr ganz so überschwänglich wie noch in Myeik.

Neugierige Blicke auf mich
Neugierige Blicke auf mich

Über abenteuerliche Pisten zu den Stränden rund um Dawei

Ich mietete mir einen Motorroller und erkundete zwei Tage lang die umliegenden Strände. Etwa eine Fahrtstunde entfernt gibt es sowohl südlich, rund um Launglon, einige Strände, als auch nördlich, nahe Maungmakan. Die südlichen Strände sind wesentlich schöner als die im Norden, sind aber nur über abenteuerliche Pisten zu erreichen, die einiges an Geschick auf dem Roller abverlangen.

Tizit Strand südlich von Dawei
Tizit Strand südlich von Dawei

Am besten hat mir Tizit gefallen, ein kilometerlanger Sandstrand, an dem ich ganz allein war. Ganz entfernt sah ich zwei weitere Touristen am Strand spazieren, sonst war dort keine Menschenseele. So unberührte Strände haben schon einen gewissen Seltenheitswert. Doch lange wird das wohl nicht so bleiben, denn am Strand von Tizit beginnen gerade Bauarbeiten für ein 4-Sterne-Resort. Im Moment gibt es dort nichts als das kleine Fischerdorf San Hlan, in dem tausende Fische in der Sonne getrocknet wurden, als ich dort ankam.

Im Fischerdorf San Hlan werden Fische getrocknet
Im Fischerdorf San Hlan werden Fische getrocknet
Ein ziemlich junger Trekkerfahrer
Ein ziemlich junger Trekkerfahrer

Nachdem ich die nahe an Dawei gelegenen Strände abgeklappert hatte, machte ich mich auf den Weg ans südliche Ende der Halbinsel, wo die schönsten Strände liegen sollten. Am „Paradise Beach“ genannten Strand San Sa Aw gibt es 4 Bungalows und Hängematten, in denen man übernachten kann. Erreichbar ist das Paradis nur über einen schmalen Pfad, auf dem man 20 Minuten lang über Stock und Stein mitten durch den Dschungel fahren muss.

Paradise Beach
Paradise Beach

Übernachten in der Hängematte am Traumstrand

Als ich endlich dort ankam, war ich aber völlig geflasht. Ich fand mich in einer Traumbucht wieder, die von Palmen gesäumt war und nur von etwa 10 Menschen besucht. Ich mietete mir eine Hängematte und beschloss, für zwei Nächte dort zu bleiben. Ich lernte zwei Deutsche namens Dennis und Vanessa kennen und wir beschlossen, am nächsten Tag zum etwas nördliche gelegenen Grandfather Beach zu fahren.

Auch von diesem Strand war ich völlig hin und weg. Kilometerweit waren nur weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und Felsen zu sehen. Die Ebbe setzte gerade ein, so dass genug Platz war, mit dem Roller bis ans Ende des Strandes zu fahren. Wir ließen uns von den Wellen herumschleudern, aalten uns in der Sonne, himmlisch!

Mit dem Motorroller über den Grandfather Beach
Mit dem Motorroller über den Grandfather Beach
Traumhafte Einsamkeit am Grandfather Beach
Traumhafte Einsamkeit am Grandfather Beach

Dann fuhr ich zusammen mit Dennis noch etwas weiter. Hinter einer Biegung erreichten wir eine Art Lagune, die sich bei Flut mir Wasser füllt und bei Ebbe wieder leer läuft. Da das Wasser gerade zurück ging, hatte sich in der Mitte eine kleine Sandinsel gebildet, dazwischen lagen etwa 70 Meter Wasser. Wir wollten versuchen, die Sandinsel zu erreichen, sprangen ins Wasser und schwammen so schnell wir konnten darauf zu. Doch es reichte nicht, die Strömung war zu stark und zog uns an der Sandinsel vorbei, bevor wir das Ufer erreichten.

Eine fast verhängnisvolle Strömung

Plötzlich merkten wir, dass die Strömung richtig stark war und uns in bedenklicher Geschwindigkeit in Richtung des offenen Meeres zog. Um uns herum war nur noch Wasser und das Ufer, von dem aus wir gestartet waren, war nun 70 Meter entfernt. Wir hatten durch den Schwimmsprint gut Kraft verloren, aber mussten nun unbedingt wieder zurück. In meinem Kopf ratterte es, sollte ich mich ins Meer ziehen lassen, bis die Strömung nachließ und dann mit neuer Kraft in einem Bogen zurück schwimmen? Aber wer weiß, wie weit draußen ich dann sein würde? Es gab weit und breit keinen Menschen, der uns hätte helfen können.

Die Sandinsel und die verhängnisvolle Strömung
Die Sandinsel und die verhängnisvolle Strömung

Ich beschloss, mit voller Kraft im rechten Winkel zur Strömung zu schwimmen, um doch noch das Ufer der Lagune zu erreichen. Unsere geparkten Roller waren schon sehr, sehr weit weg. Ich schwamm, schwamm und schamm… und hatten plötzlich wieder festen Boden unter den Füßen. Hinter mir stieg Dennis aus dem Wasser. Wir sanken am Ufer zu Boden und waren glücklich, aus dieser Nummer nochmal rausgekommen zu sein.

Das nächste Problem folgt auf dem Fuße…

Kurz darauf folgte das nächste Problem: Mein Roller sprang nicht mehr an, mehr als ein Röcheln gab der Zünder nicht mehr von sich. Das war der denkbar schlechteste Ort, an dem sowas passieren konnte, am Ende des Strandes, kilometerweit vom nächsten Dorf entfernt an einem Ufer, das bei Flut komplett überspült werden würde. Zum Glück fanden wir ein Seil, das wickelten wir um den Frontholm meines Rollers, so dass Dennis mich abschleppen konnte. Wir beförderten das Gefährt an eine Stelle, an der es von der Flut nicht weggespült werden würde.

Was mir dann aus der Patsche half, war wieder einmal die unglaubliche Freundlichkeit der Myanmaren. Ein Mann am Strand bekam mein Problem mit, ließ sich daraufhin von Dennis ins nächste Dorf fahren, wo zwei Mechaniker-Jungs losgeschickt wurden, eine neue Batterie zu besorgen. Zunächst war keine aufzutreiben, aber nach einer Weile kamen sie tatsächlich mit einer neuen vorbei, bauten mir diese ein und wollten neben den 18.000 Kyat (13 Euro) für die Batterie nur 2000 Kyat (1,50 Euro) für ihre Arbeit. Ich gab ihnen ein gutes Trinkgeld und war froh, wieder mobil zu sein.

Grenzenlose Weite im Süden der Dawei Halbinsel
Grenzenlose Weite im Süden der Dawei Halbinsel

…und dann auch noch den Flug verpasst

Nach einer weiteren Nacht in der Hängematte am Paradise Beach fuhr ich wieder zurück nach Dawei, von wo ich am nächsten Tag nach Yanong fliegen wollte. Dachte ich zumindest, denn als ich auf mein Flugticket schaute, stellte ich mit Erschrecken fest, dass der Flieger bereits 6 Stunden vorher abgeflogen war. Die traumhaften Strände hatten mich wohl irgendwie Zeit und Raum vergessen lassen. Zähneknirschend legte ich 110 Dollar auf den Tisch, um ein neues Ticket für den nächsten Tag zu bekommen. Nun sitze ich am Flughafen von Dawei und werde gleich abheben, diesmal aber wirklich. :)

5 thoughts on “Dawei – Traumstrände fast menschenleer”

  1. Schön beschrieben dein Trip. Ich habe vor über den landweg einzureisen,kannst du ein Tipp geben wie ich nach dawai komm von der Grenze zu Thailand?

    ?

  2. Ich bin in Kawthaung im Süden über die Grenze, aber von dort ist es auf dem Landweg wirklich weit bis Dawei. Bin selbst geflogen. Gibt auch irgendwo näher an Dawei einen Grenzübergang. Das Visum musste ich vorher in Bangkok besorgen.

    Alles Gute dir.

  3. Hey Felix
    Hast du noch einen Namen oder eine Adresse zu den Unterkünften am strand!
    Bin Gradw Un die ecke und würde auch gerne da übernachten :)

    Jasmin

  4. Kann ich richtig nachvollziehen, bin da auch schon mal geschwommen.
    Unglaubliche Strömung, selbst bei tiefster Ebbe eigentlich lebensgefährlich.
    Im letzten Jahr ist sogar ein Kampfschwimmer der Royal Navy beim Versuch, die Lagune zu queren, wieder umgekehrt.
    Mittlerweile kann man übrigens auch am Sin Htauk Beach gut übernachten, etwas weiter nördlich. Bungalows mit Meerblick, Strandrestaurant… ähnlich wie im Paradise.

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