Kurische Nehrung – Mit dem Fahrrad bis Russland

Vor über 15 Jahren wurde die Kurische Nehrung indirekt zum Namensgeber dieses Blogs. Nun war ich selbst da.




 
Indirekt ist die Halbinsel „Kurische Nehrung“ der Namensgeber für diesen Blog. Vor über 15 Jahren hingen in Berlin mal Poster herum, die Werbung für einen Diavortrag – ja, das gab es damals noch – über die Kurische Nehrung machten. Ich hatte keine Ahnung, was Kurische Nehrung sein sollte, es klang für mich aber, als würde „kurdische Nahrung“ ein wenig falsch ausgesprochen.

Kurische Nehrung – Unfreiwilliger Namesgeber für diesen Blog

Der Begriff geisterte tagelang in meinem Kopf herum, was mich zu der Erkenntnis brachte, dass ein leicht verfremdetes Wort gute Chancen hat, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Daraufhin kam mir die Idee, „Erinnerung“ mit einem vorangestellten Z zu verfremden. Die entsprechende Domain war noch frei, also sicherte ich sie mir und dachte, irgendwann hätte ich schon mal Verwendung dafür. Hatte ich dann auch, deshalb heißt dieser Blog nun heute, wie er heißt.

Strand so weit das Auge reicht
Strand so weit das Auge reicht
Haffufer von Juodkrante
Haffufer von Juodkrante

Unendlicher Sandstrand

Wo ich nun schon mal in der Ecke war, wollte ich dem unfreiwilligen Namensgeber endlich mal einen Besuch abstatten. Ich mietete mir ein Fahrrad, setzte mit der Fähre über ans nördliche Ende der Halbinsel und düste los ins 53 Kilometer südlich gelegene Nida. Beeindruckend fand ich den durchgehenden, weißen Sandstrand, der sich an der Westküste in scheinbar unendlicher Weite an der Halbinsel entlang zieht. Die Kurische Nehrung ist berühmt für ihre spektakuläre Dünenlandschaft. Das Leben der Inselbewohner war in den vergangenen Jahrhunderten geprägt vom ständigen Kampf gegen die bis zu 50 Meter hohen Sandberge, die im Laufe der Zeit zahlreiche Ortschaften unter sich begruben.

Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung
Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung

In Nida angekommen, musste ich feststellen, dass der Ort eher von Familien und Rentnern besucht wird. Im Zunda Hostel fand ich aber mit Stefano aus Italien und Jimmy aus Marokka ganz nette Gesellschaft, um den Abend zu verbringen. Außerdem besuchte ich das ehemalige Sommerhaus von Thomas Mann, das heute ein Museum beherbergt.

Sommerhaus von Thomas Mann in Nida
Sommerhaus von Thomas Mann in Nida

Bis an die russische Grenze

Am nächsten Tag fuhr ich noch ein wenig weiter, doch nach 4 Kilometern war Schluss. Die russische Grenze nach Kaliningrad war ohne Visum unpassierbar. Ich kehrte um und fuhr wieder zurück Richtung Norden. Die nächste Nacht verbrachte ich in einem kleinen Guesthouse in Pervalka, einem ganz ruhigen Örtchen am Kurischen Haff. Abends streifte ich ein wenig durch die umliegenden Wälder, bis an die Westküste und wieder zurück.

Ich im Dünensand
Ich im Dünensand

Müde von der ständigen Bewegung

Dort machte sich ein Gefühl in mir breit, das ich vor 2 Monaten auf Zypern und vor einem Monat in Barcelona schon einmal gespürt hatte: Müdigkeit davon, ständig in Bewegung zu sein. Wenn ich tief in mich hinein horche, ist diese Müdigkeit tatsächlich gerade da, auch wenn ich das nie für möglich gehalten hätte. Ich war innerhalb der letzten 2 Jahre in 25 verschiedenen Ländern und innerhalb dieser Länder nie wirklich lange an einem Ort. Vielleicht ist die Zeit gekommen, mir einen Platz zu suchen, um länger zu verweilen. Aber darüber muss ich mir noch ein paar Gedanken machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.