Das seltsame Hotel von Kavala



 

Heute Morgen haben wir uns schweren Herzens von Chalkidiki getrennt und sind nach Kavala aufgebrochen. Von dort aus wollen wir morgen früh eine Fähre zur Insel Thassos nehmen, die unser eigentliches Ziel ist.

Ich habe uns über booking.com ein günstiges Zimmer im Hotel Philoxenia in Kavala reserviert, laut Beschreibung „10 Minuten vom Zentrum entfernt“. Doch als uns das Taxi, das uns zum Hotel bringen sollte, immer weiter aus Kavala hinaus einen Berg hinauf fuhr und schließlich das Ortsausgangsschild an uns vorbei zog, wurde mir klar, dass ich mir die Lage vielleicht mal genauer hätte anschauen sollen. Natürlich waren keine 10 Minuten zu Fuß, sondern im Auto gemeint und statt 10 waren es wohl eher 20.

Im Hotel angekommen begrüßte uns ein junger Portier mit gedämpfter Stimme und einem seltsamen Dauergrinsen im Gesicht, das wirkte als ob er auf Valium wäre. Das Hotel war gar nicht mal so klein, es gab einen riesigen Barbereich, einen Pool und einen recht üppigen Parkplatz – nur schienen wir die einzigen Gäste zu sein. Im Pool befand sich kein Wasser und auf dem Parkplatz stand nur ein einziges Auto. Es war fast ein wenig gespenstisch, wie die Putzfrauen die Bodenfliesen der Bar akribisch polierten, ohne dass ein einziger Gast zu sehen war. Dazu noch der dauergrisende Valium-Portier, ich kam mir fast vor wie im Film „Hostel“ und fragte mich, ob wir wohl des Nachts im Keller zerstückelt werden würden.

Wie auch immer, wir ließen es uns nicht nehmen, nochmal die weite Fahrt in die Stadt anzutreten und uns die Altstadt von Kavala anzuschauen. Das hat sich auch gelohnt, wir schlenderten durch schmale Gässchen an der alten Stadtmauer entlang und konnten vom Turm einer alten Burg aus über die Stadt schauen.

Nun sind wir mit dem Bus wieder zurück auf unseren Berg gefahren, anscheinend sind wir jetzt zusammen mit dem Nachtwächter die einzigen Menschen im Hotel.

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