Der Meeres-Schiedsrichter



 

Die Grenzüberquerung nach Bulgarien ging recht problemlos vonstatten. Obwohl wir den Schengen-Raum verließen und deshalb durch die Passkontrolle mussten, interessierte sich diesmal keiner so recht für das Innenleben des Schnauferle.

In Vama Veche hatten wir von einem deutschen Rentener, der im Wohnmobil unterwegs ist, den Tipp für einen Campingplatz in der Nähe von Balchik bekommen, 30 Kilometer nördlich von den Hotel-Städten am Schwarzen Meer. Der Tipp war Gold wert, denn wir konnten wenige Meter vom Strand entfernt campen und aus dem Schnauferle heraus fast ins Wasser fallen.

Direkt nach unserer Ankunft aktivierte ich meine Luftmatratze und sonnte mich auf dem Meer, das mich langsam Richtung Ufer trieb. Um ein wenig mehr Zeit zu haben, bis ich angespült wurde, paddelte ich beim nächsten Mal richtig weit raus, weit hinter mir hörte ich die ganze Zeit jemanden auf einer Trillerpfeife pfeifen. Irgendwann drehte ich mich mal um und sah, dass ein Bademeister wie wild am Strand herumhampelte und anscheinend mit meiner Aktion nicht ganz einverstanden war. Ich weiß nicht, wie lange er dort schon gepfiffen hatte, aber nach den entsetzten Blicken der anderen Strandbesucher zu urteilen, wohl schon eine ganze Weile. Hatte ein bisschen was von einem Schiedsrichter, der ein grobes Foul pfiff.

Die nächsten beiden Tage taten wir das, was wir inzwischen schon ziemlich gut konnten, nämlich Sonne genießen, am Strand liegen, Karten spielen und Bierchen trinken. Für das Unterhaltungsprogramm sorgte der Meeres-Schiedsrichter, der kleine und größere Fouls mit Trillerpfeifentiraden bestrafte. Es war jedes Mal spannend zu schauen, wer denn nun diesmal wieder etwas falsch gemacht hatte.

Heute ziehen wir wieder los von hier, wir wollen uns weiter Richtung Süden an der bulgarischen Schwarzmeerküste entlang schlängeln.

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