Schaurige Geschichten vom Taxifahrer



 

Ich bin gerade von Macuto mit einem vom Hotel organisierten Fahrer zurück zum Flughafen gefahren, wo ich nun auf Johannes warte. Eigentlich wollte ich einen Bus nehmen, weil mir das Geld bis jetzt wie Sand zwischen den Fingern zerrinnt, aber als mir die Autofahrt für 100 Bolivares (10 Euro) angeboten wurde, war ich schließlich einverstanden.

Für die 11 Kilometer von Macuto zum Flughafen brauchten wir eineinhalb Stunden, weil es einen Stau gab, der nur Schritttempo zuließ. Sind aber zum Glück rechtzeitig losgefahren. So blieb viel Zeit, mit dem gesprächigen Fahrer zu schwatzen. Ich war froh, nicht im Bus zu sitzen, denn er meinte, die Strecke sei sehr gefährlich, weil sie an vielen Barrios vorbei führt. Ich fragte ihn ein bisschen über die Situation in den Barrios aus und hörte unglaubliche Geschichten.

Von der Straße aus ist alles einfach ein einziges Hütten- und Häusermeer an den Hängen. Er meinte jedoch hin und wieder: „Dieses Barrio ist sicher“, und wenige Meter weiter, wo es ganz genauso aussah: „Wenn hier jemand seinen Fuß reinsetzt, den dort keiner kennt, wird er sofort erschossen.“ Zu einem anderen meinte er schließlich: „Hier war es bis vor kurzem sehr gefährlich, aber eines Nachts hat die Polizei das Barrio gestürmt und alle erschossen, jetzt ist es sauber und sicher.“ Es ging so weiter: „Dieser Bürgersteig ist sicher, aber,“ …ein paar Meter weiter… „auf diesem würdest du als Tourist erschossen.“

Er meinte, wenn er die gleiche Strecke nachts fährt, wird er alle paar Meter von der Polizei angehalten. Ich meinte, dass das ja nervig sei, aber er sagte nur „Bevor das so war, standen Typen mit Knarren auf der Straße und haben den Leuten die Autos geklaut.“

Irgendwann erzählte ich, dass ich gestern um 17:30 Uhr einen Bus von Gato Negro in Caracas nach Macuto gesucht hatte. Da schlackerte er mit den Ohren und meinte, Gato Negro sei eine der gefährlichsten Gegenden in Caracas und ich hätte viel Glück gehabt, dort nicht überfallen worden zu sein.

Vielleicht übertreibt er etwas, vielleicht auch nicht, auf jeden Fall bin ich froh, die 3 Tage in und um Caracas ohne Blessuren überstanden zu haben. Ich war schon ziemlich in Alarm-Stimmung die ganze Zeit, aber bisschen gesucht habe ich diesen Kick ja ehrlich gesagt auch. Jetzt sitze ich am Flughafen und warte auf Johannes. Eigentlich sollte er vor einer Stunde gelandet sein, aber momentan haben alle Flüge 2 Stunden Verspätung, weil Chavez zwischendurch hier aufgeschlagen ist und deshalb alle anderen Flüge verschoben wurden.

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