Lake Titikaka und schwimmende Inseln



 

Hab heute mit Paul zusammen ’ne Schiffstour auf dem Lake Titikaka gemacht. Dieser liegt 3900 Meter über dem Meeresspiegel und gilt als „höchstgelegener See der Welt, der von Transportschiffen befahren wird“. Nun ja, manchmal muss man halt etwas einfallsreich sein, um einen Rekord aufzustellen. :) Der See liegt an der Grenze zwischen Bolivien und Peru, und weil Bolivien keinen Meereszugang hat, wird viel per Schiff über den See transportiert.

Schwimmende InselnInselbewohnerinnenEs wird gekochtBootInsel TaquileRuinenBlick über TaquileSonnenuntergang

Zuerst besuchten wir die schwimmenden Inseln, die in der Nähe von Puno auf dem See treiben. Sie wurden vor ca. 600 Jahren von Ureinwohnern angelegt, um vor den angreifenden Inkas zu fliehen. Ich konnte es kaum glauben, aber dort treiben tatsächlich 50 aus Schilf gemachte Inseln, auf denen 3000 Menschen leben. Die Inseln sind 2 Meter dick und im Seegrund verankert, um nicht wegzuschwimmen. Darauf stehen kleine Hütten aus Schilf, die Bewohner züchten Kartoffeln und Gemüse, außerdem verkaufen sie handgemachte Stickereien und Souvenirs, es gibt sogar eine schwimmende Schule. Die Inseln werden permanent mit neuen Lagen Schilf bedeckt, weil sie von unten im Wasser langsam verfaulen.

Danach fuhren wir zweieinhalb Stunden weiter nach Taquile, einer kleinen „echten“ Insel im Seeinneren. Die gesamte Insel ist von Terassenebenen bedeckt, die vor 1600 Jahren von den Ureinwohnern als Experimentierfeld für die Kartoffelzucht angelegt wurden. In der Inselmitte gibt’s einen 200 Meter hohen Berg, die Spitze liegt also 4100 Meter über dem Meeresspiegel. Wir hatten zwei Stunden Zeit, die Insel zu erkunden. Unser Führer wollte mit unserer Gruppe, die etwas rentnerlastig besetzt war, nur den einfachen Weg um den Berg herum laufen. Paul und ich sind nach unserem Machu Picchu Trek ganz anderes gewohnt, also sind wir natürlich raufgeklettert, war ein recht einfacher Spaziergang, der aber mit einer super Aussicht über die Insel belohnt wurde.

Das Inselvolk pflegt dort einige lustige Bräuche. Man erkennt zum Beispiel an der Kopfbedeckung, ob jemand verheiratet ist. Singles tragen zweifarbige Hüte, Verheiratete dagegen bunte, sehr praktische Erfindung. :) Außerdem zeigt man seine aktuelle Tagesstimmung durch verschiedenfarbige Wollknäuel an der Kleidung, so wird jemand, der traurig ist, gleich von allen Seiten getröstet.

Abends ging’s zurück mit dem Schiff nach Puno, heute ist unser letzter Abend hier, bevor’s morgen weiter nach Bolivien geht. Am Grenzübergang sollte ich besser sämtliches Geld verstecken, die bolivianischen Grenzkontrollen sind bekannt dafür, die Taschen nach „Falschgeld“ zu durchsuchen und dieses sofort zu konfiszieren. :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.