Wadi Rum – die schönste Wüste der Welt…



 

…für mich jedenfalls. Ok, alle Wüsten habe ich noch nicht gesehen, aber von denen, die ich gesehen habe, kommt keine an Wadi Rum heran. Das Abgefahrene daran ist, dass wir hier ja mehr oder weniger reingestolpert sind und bis vorgestern noch nicht mal wussten, dass Wadi Rum überhaupt existiert. Aber der Reihe nach.

In Jerusalem trafen wir vorgestern zwei Traveller, von denen einer auch nach Jordanien wollte. Er erzählte von Wadi Rum, einem Wüstenteil mit rotem Sand und unglaublich schönen Felsformationen. Das wollten wir auch sehen, also machten wir uns heute Morgen auf den Weg dorthin.

Am Busbahnhof von Aqaba redete man von allen Seiten auf uns ein, dass der nächste Bus dorthin erst in mehreren Stunden fahren würde und wir ein Taxi nehmen müssten. Keine Ahnung, ob das stimmte, aber wir hatten wenig Zeit und ließen uns überreden, die einstündige Fahrt per Taxi für 20 Dinar (20 Euro) anzutreten. Unser Fahrer war ein älterer Typ namens Moner, der einigermaßen gut Englisch konnte, das heißt, man konnte das meiste verstehen. Ich fand ihn richtig nett und bei allem, was er sagte, hatte er so einen freundlichen Blick drauf, dass ich ihm vertraute. Wir wollten eine Jeep Tour durch Wadi Rum machen, Moner meinte, er könne uns einen Fahrer zu einem besseren Preis als im offiziellen Visitor Center besorgen. Das konnte er tatsächlich, also ließen wir uns von ihm weiter verkaufen und vereinbarten, dass er uns am Abend wieder abholte.

Der Jeep, in den wir verfrachtet wurden, war dann allerdings definitiv der klapprigste, der im ganzen Ort unterwegs war. Die Fenster waren alle mehr oder weniger weit geöffnet, aber die Kurbeln waren kaputt, so dass alle Fenster einfach in der Stellung bleiben mussten, in der die Kurbel irgendwann mal den Geist aufgegeben hatte. Die Windschutzscheibe war gesprungen und der Jeep sah aus, als würde er nach dem nächsten Schlagloch auseinanderfallen. Egal, bisschen Abenteuer eben. Wir fuhren los auf unseren vierstündigen Trip, erst noch etwas auf der Straße, dann rein in die Wüste.

Die Landschaft war dann wirklich atemberaubend schön. Ich meine wirklich richtig malerisch wunderschön. Roter Sand, so weit das Auge reichte, und dazwischen Felsen mit Strukturen, die kein Künstler jemals so hätte schaffen können. Mir kam wieder der Gedanke, der mir schon letzte Woche in Israel kam: Die Natur ist einfach der größte Künstler.

Es war interessant, wie das Aussehen der Felsen sich im Laufe der Fahrt veränderte. Am Anfang sahen wir Steine, deren Struktur durch übereinanderliegende Schichten in verschiedenen Farben geprägt war. Etwas später waren wir plötzlich nur noch von Felsen umgeben, die wie Kleckerburgen aussahen. Schließlich kamen wir in einen Teil der Wüste, in dem dunkle Felsen von hellem Gestein überzogen waren, das aussah, als wäre es einmal flüssig gewesen und erstarrt.

Wir hielten an interessanten Stellen an, konnten mal in einen Canyon klettern, eine Düne runter rennen oder auf einen Felsen kraxeln. Bei einem Zwischenstopp sah ich plötzlich, dass unser Klapperjeep zwei völlig unterschiedlich breite Vorderräder hatte. Oh Mann, das Teil war wohl echt aus Teilen vom Schrottplatz zusammen gebaut.

Wir erreichten aber tatsächlich wieder das Dorf, in dem wir gestartet waren. Leider haben wir keine Zeit, hier noch länger zu bleiben, sonst würden wir definitiv mehr Zeit in Wadi Rum verbringen und vielleicht eine mehrtägige Kameltour mit Übernachtung im Beduinenzelt machen. Vielleicht ein andermal. Diesmal haben wir die Kamelgeschichte auf Touri-Art gemacht und uns nach der Jeep-Tour noch eine halbe Stunde auf einem Kamelrücken durch’s Dorf schuckeln lassen.

Wir warteten auf unseren Chauffeur Moner, wurden aber von einem anderen Taxifahrer angequatscht. Wir fragten, ob er von Moner geschickt wurde, er nickte heftig. Gerade, als wir einsteigen wollten, kam Moner selbst angefahren. Es stellte sich heraus, dass er überhaupt niemanden geschickt hatte, der falsche Fahrer wollte nur die Fahrt abstauben. Wir wechselten zu unserem echten Chauffeur und er fuhr uns zurück nach Aqaba. Wir haben gleich mit ihm geregelt, dass er uns morgen Nachmittag auch vom zwei Stunden entfernten Petra abholt, weil da um diese Zeit wohl kein Bus mehr fährt. Meint Moner zumindest, aber ich glaube ihm. Ich mag unseren Chauffeur einfach.

One thought on “Wadi Rum – die schönste Wüste der Welt…”

  1. Die Jeeps in Wadi Rum scheinen alle so auszusehen! :)

    Unserer hatte nicht mal mehr irgendein Innenleben außer zwei alte Boxen

    Grüße
    Christian

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