Treffen mit Picasso, Van Gogh und Monet




 
Gestern Abend war es hier im Hostel richtig nett. Wir saßen im Hof und haben Bierchen gezischt und so nach und nach kamen alle aus ihren Löchern gekrochen. Hier gibt’s einen Russen, einen Polen, ein paar Amerikaner, Holländer und ziemlich viele Deutsche. Hab mich mit einem Amerikaner namens Zach über’s Westjordanland unterhalten und mir ein paar Tipps geben lassen, wo man echtes Palästinenserleben kennen lernen kann. Er empfahl mir, einen Stopp im Flüchtlingslager Jenin einzulegen, das klang richtig gut. Zach war ganz begeistert von der Gastfreundschaft der Palästinenser, seine Erzählungen haben mich ein wenig an unsere Erlebnisse in der Türkei erinnert.

Wir hatten überlegt, heute einen Tagesausflug nach Jerusalem zu machen. Sind dann aber wieder davon abgekommen, weil Sabbat ist und da nach jüdischem Glauben niemand arbeiten darf. In Tel Aviv sieht man das nicht so eng, aber in Jerusalem hat wirklich alles geschlossen, man bekommt nicht mal einen Happen zu Essen, geschweige denn eine Busfahrt irgendwohin. Eine Deutsche aus unserem Hostel hat erzählt, dass in Jerusalem zum Sabbat sogar die Fahrstühle automatisch in jeder Etage halten, weil das drücken der Knöpfe schon als Arbeit zählen würde. Nur Sex ist zum Sabbat erlaubt, denn dadurch kann neues Leben entstehen. :)

Wir blieben deshalb heute in Tel Aviv und besuchten das Museum of Art. Ich bin ja nicht sooo der Kunstexperte, aber Originalgemälde von Picasso, Van Gogh und Monet zu sehen hat mich dann trotzdem ordentlich beeindruckt. Aber schon das Gebäude an sich ist ein architektonisches Kunstwerk. Von außen sieht es aus, als würde es aus computergerenderte Polygonen bestehen. Drinnen ziehen sich geschwungene Linien aus Gussbeton durch die Räume und das Licht wird sehr elegant durch Scheiben in der Decke über mehrere Etagen hinweg gelenkt.

Ich muss mich immer mal wieder selbst daran erinnern, dass heute Silvester ist. Nach jüdischem Kalender ist heute nicht der 31. Dezember 2011, sondern der 5. Tewet 5772, also hier kein besonderer Tag. In Jerusalem wird gar nicht gefeiert, in der Partystadt Tel Aviv nutzt man die Gelegenheit dann aber doch, mal ein wenig auf die Kacke zu hauen. :) Allerdings gibt’s kein Feuerwerk, ist schon irgendwie komisch, sich vorzustellen, dass in Berlin gerade die halbe Stadt explodiert. Wahrscheinlich würde man hier auch nicht verstehen, warum man zum Spaß Explodieren spielen soll.

Mal sehen, wohin es uns heute Nacht verschlägt. Goa Party am Strand wäre total nett, mal schauen, ob es irgendwas in der Richtung gibt. Wir werden bestimmt mit den Leuten vom Hostel bisschen rumziehen und uns einfach bisschen treiben lassen.

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