Grenzüberquerung in die Ukraine



 

Heute Morgen wollten wir Richtung Ukraine starten, aber es gab erstmal einen kleinen Schocker: Unser Kühlschrank hatte über Nacht die komplette Autobatterie leer gezogen und das Schnauferle gab keinen Mucks mehr von sich, als Johannes es starten wollte. Glücklicherweise konnte uns ein netter Slowake Starthilfe geben und wir konnten das Schnauferle wieder in Bewegung setzen.

Nach einer halben Stunde Fahrt erreichten wir die ukranische Grenze. Ich war auf eine ziemliche Tortur vorbereitet, die EU Außengrenze zu passieren, aber am Ende war alles halb so wild. Der slowakische Grenzbeamte öffnete die Hecktür des Schnauferle, warf einen Blick hinein und meinte nur: „Hm, ein Abenteuer.“ Nachdem Johannes ihm erzählte, dass wir durch die Ukraine über Moldawien nach Rumänien und Bulgarien wollten, meinte er zunächst skeptisch, dann amüsiert schauend: „Na dann, viel Glück!“

Die ukrainischen Beamten kamen schon etwas grimmiger daher, aber ein genauerer Blick auf das Schnauferle konnte auch ihnen ein Schmunzeln in Gesicht zaubern. Vielleicht war es auch der Schnaps, der aus ihren Mündern zu riechen war, auf jeden Fall hatte ich den Eindruck, dass sie nicht so recht wussten, ob sie unser Gefährt belächeln oder verdächtig finden sollten.

Sie „durchsuchten“ den Wagen zu zweit, aber die Aktion beschränkte sich darauf, einmal kurz alle Schränke zu öffnen, kurz hinein zu schauen, drinnen irgendetwas lustiges zu finden und sich dann gegenseitig anzugrinsen. Man gratulierte uns noch zum WM-Sieg, dann durften wir weiter und waren nun tatsächlich in der Ukraine.

Wir suchten uns einen Parkplatz im ersten Ort hinter der Grenze namens Uschhorod und beschlossen, dort die nächste Nacht zu verbringen. Wir und das Schnauferle in der Ukraine, das fühlt sich richtig gut an. Kyrillische Schrift, eine ganz andere Kultur, es scheint, als wären wir endlich so richtig weit weg. Und die Frauen sind wirklich wunderschön, es ist kein Gerücht, es gibt sie wirklich, die unglaublich schönen Ukrainerinnen.

4 thoughts on “Grenzüberquerung in die Ukraine”

  1. Ja, mein liebes Kind, das ist schon verrückt: Jetzt bist du auf der Route, welche die illegale Trampervarinte in DDR-Zeiten war: Ziel Rumänien, Bulgarien bis an die türkische Grenze, Ende der Welt für uns damals. Also nach Rumänien mit Transitvisum UdSSR , das hieß, man durfte mitm Zug durchfahren und keinesfalls aussteigen und gleich gar nicht in der Ukrainischen Volksrepublik verweilen. Ich bin immer direkt nach Rumänien getrampt, aber habe den Berichten meiner Tramperkumpel (Helmut, Otto und alle) staunend zugehört. Sie waren natürlich ausgestiegen, sie hatten sich natürlich durchgeschlagen durch die Ukraine, oft von der Miliz aufgegriffen, abkassiert und zur Grenze gebracht. Ungefährlich wars nicht.
    Und jetzt: Seit dem Flugzeugabsturz nennen die Medien die Zustände dort beim Namen: Krieg. Kommt gut durch, ihr Lieben. Bei allem Sowohl-als-auch: es ist schon ein Fünfer im Lotto, in einem Land wie dem unseren geboren zu sein, wo die größte Herausforderung darin besteht, sich den Verstand nicht vom mainstream verkleistern zu lassen. Wie mag es den Menschen in der Ukraine gehen?
    Kommt ihr am am Donaudelta vorbei? Hab ich die Kumpel immer davon schwärmen hören, war nie selber da. Und noch was, In Timishoara hatte ich einen guten Freund: Alexander Barbos (Sandy), ein Deutschrumäne, der leider beim Trampen verunglückt ist. Er war Maler und ein kleines Bild von ihm stand im Wohnzimmer immer vor der Telefondose an der Schrankrückwand.
    Und dann gibt es in Jasi, Rumänien, Ereignisse, die mit Omas Geschichte zu tun haben. Ich begleite dich mit guten Gedanken.

    Seid behütet

    Mutti

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