Ukraine-Start in Uschhorod



 

Wir sind nun seit zwei Tagen in Uschhorod, ist auf jeden Fall ein ziemlich entspanntes Örtchen. Wir haben das Schnauferle nochmal umgeparkt und uns in eine Seitenstraße direkt neben dem Fluss gestellt. Johannes ist direkt mal reingesprungen, ich habe dem Wasser nicht so recht über den Weg getraut.

Vorgestern zogen wir abends ein wenig durch die Stadt, auf der Suche nach einem Plätzchen für unser wohlverdientes Feierabendbier. Wir landeten auf einer Terasse am Fluss, wo wir von deftigen EDM Beats beschallt wurden. Das große Bier kostete 13 Griwna, umgerechnet 80 Cent.

Ich quatschte zwei ukrainische Studentinnen am Nachbartisch an, von denen eine ganz gut englisch konnte. Wir fragten sie nach der aktuellen Lage in der Ostukraine, sie meinte, dass dort inzwischen wirklich Bürgerkrieg herrschte, ein Kommilitone von ihr sei dort vor drei Tagen ums Leben gekommen. Wir hätten uns gerne noch ein wenig weiter unterhalten, aber die beiden waren leider schon auf dem Sprung nach Hause.

Gestern Morgen wurden wir von einem lauten Donnergrummeln geweckt, dass den ganzen Tag über andauerte. Wir wunderten uns, was das war, es klang auf jeden Fall nicht wie Gewitter. Später erfuhren wir, dass die ukrainische Armee kurz hinter der Stadt ein Panzermanöver veranstaltet und dies die Panzerschüsse waren. Hier in der Westukraine bekommt man ansonsten im Moment nicht viel vom Konflikt im Osten ab, aber die Stimmung sei auf jeden Fall angespannt, sagte man uns.

Ich streunte gestern noch ein wenig durch die ganz hübsche Altstadt und fand auf jeden Fall Gefallen an Uschhorod. Ich kam irgendwann auf einem Hügel an einer Burg an, dann lief ich zurück zum Schnauferle, wo Johannes inzwischen unsere Angelausrüstung startklar gemacht hatte. Wir versuchten unser Glück im Fluss, hatten aber keinen Erfolg. Es schien auch nicht der beste Angeltag zu sein, denn die einheimischen Angler fingen auch kaum etwas.

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