Sofia, mein zweites Mal



 

Ich bin ja letztes Jahr mal für ein paar Tage spontan nach Sofia geflogen und kenne die Stadt daher schon ein wenig. Damals hatte ich allerdings Studentski Grad verpasst, der Plattenbaubezirk, in dem fast alle Studenten wohnen, weil die Miete nur 20-25 Euro pro Monat kostet. Dort soll es ein recht nettes Kneipen- und Nachtleben geben, das wollte ich mir diesmal unbedingt anschauen.

Ich fuhr mit Stephanie gestern Abend dorthin, im Bus erzählte uns aber ein Mädel, das gerade Semesterferien seien und deshalb kaum jemand dort sei. So war es dann auch wirklich, der Bezirk wirkte so ziemlich ausgestorben. Mit uns wäre an dem Abend aber auch nicht viel anzufangen gewesen, weil plötzlich eine schwere Müdigkeit über uns hereinbrach. Es fühlte sich an, als wäre ein Stück der Reise-Energie, die uns durch die letzten Wochen getragen hat, mit dem Schnauferle und Johannes zurück nach Berlin gefahren und wir erstmal kurz durchatmen müssen, bis da eine neue entsteht.

Heute streunten wir durch das Zentrum von Sofia. Ich war zwar schon letztes Jahr an den meisten Orten, aber beim Reisen finde ich es auch ganz interessant, mal an einen Ort zurück zu kommen und zu sehen, an was ich mich erinnere, was sich verändert hat oder was ich neu entdecke. Ich habe eine ganze Weile nach dem Hostel gesucht, in dem ich letztes Jahr gewohnt habe und es schließlich gefunden. Der Moment, in dem man in einer neuen Stadt ankommt, etwas unsicher ist und schließlich sein neues Zuhause findet, hat immer etwas magisches für mich und an diesen Moment konnte ich mich wieder erinnern, als ich heute wieder davor stand.

One thought on “Sofia, mein zweites Mal”

  1. Im Studentski-Grad habe ich vor 40 Jahren auch übernachtet, hatte es völlig vergessen. Und der Vitosha-Boulevard kommt mir auch bekannt vor und die Kirche auch. Kommt mir vor wie gestern oder als könnt ich morgen gleich wieder aufbrechen dorthin… Habts ganz gut, Mutter

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