Inselparadies im Nationalpark Morrocoy



 

Gestern Morgen haben sich Johannes und ich auf den Weg nach Chichirivice gemacht, einem kleinen Ort an der Karibikküste, von wo aus man einige kleine, süße Strandinseln des Nationalparks Morrocoy erreicht. Die Fahrt allein war schon ein kleines Abenteuer, endlich mal wieder in alten, klapprigen Bussen sitzen und mit Vollgas durch die Serpentinen rasen. Irgendwie scheint jeder Busfahrer, der hier was auf sich hält, eine dicke Anlage in seinen Bus einzubauen und die Musik bis zum Anschlag aufzudrehen. Reggaeton-Beats dröhnten durch den Bus, die mir so richtig Bock auf die nächste Party gemacht haben.

Die Fahrt dauerte den ganzen Tag, wir kamen schließlich kurz nach Einbruch der Dunkelheit in Chichirivice an. Wir machten uns auf die Suche nach einer Bleibe, der Ort machte einen gechillten Eindruck, aber trotzdem fühlte ich mich nicht so ganz wohl, mit den dicken Rucksäcken durch die Straßen zu laufen. Ein Straßenhändler rief uns zu: „Hier passiert nichts, alles ruhig.“

Nach einer Weile fanden wir schließlich ein Doppelzimmer für 300 Bolivares (30 Euro), nicht ganz billig, aber die Unterkünfte scheinen hier allgemein etwas teurer zu sein. Dafür hatten wir eine Klimaanlage, was auch dringend nötig war, weil der Raum sich ohne innerhalb von Minuten auf 40 Grad erwärmte.

Wir suchten uns noch was zu essen und landeten schließlich bei einem Typen, der riesige Fleischmassen auf einem Grill liegen hatte. Er hatte lange Haare, war so dick, dass man meinen könnte, er sei selbst sein bester Kunde und hatte etwas richtig schlachterhaftes. Als wir uns setzten, fragte er barsch: „Pollo?“ (Hähnchen) Als wir lieber Rindfleisch wollte, nickte er nur kurz, dann bellte er wieder: „Cerveza?“ (Bier) Dann holte er ein dickes Stück Fleisch vom Grill und zerteilte es mit einer riesigen Machete. Irgendwie mochte ich ihn, er war ein richtiges Original und als ich ihn fragte, ob ich ihn an seinem Grill fotografieren dürfte, lachte er sogar mal kurz.

Der Fleischberg hat uns so gefüllt, dass wir kaum mehr laufen konnten. Johannes legte sich gleich ins Bett, ich bin nochmal zur Strandpromenade gesteuert und habe die Lage sondiert. Es war ordentlich was los, hübsche Mädchen unterwegs, aber ich war völlig fertig, zum einen vom Fleischberg, zum anderen von der Sauferei am Abend davor. Habe versucht mit ein paar Bierchen wieder Oberwasser zu gewinnen, aber mir fielen trotzdem fast die Augen zu.

Irgendwann hat mich eine dunkle Schönheit angesprochen, deren Stimme mir aber gleich verdächtig tief vorkam. Ihr Gesicht sah aber wiederum sehr weiblich aus, sie erzählte mir was von ihrem Mann, der nicht da ist und dass sie sich deshalb ein bisschen vergnügen wolle. Ich grübelte und grübelte, ob das ’ne Frau oder ’ne Transe war. Als ich mir ihre Finger näher anschaute, fiel mir auf, dass die für ’ne Frau etwas zu groß waren. Ich sah zu, dass ich wegkam und packte mich auch ins Bett.

Heute Morgen machten wir uns auf den Weg zur Insel Sombrero, die die schönste im Nationalpark sein soll. Dafür muss man ein Boot mieten, das Platz für 8 Personen bietet. Es ist gar nicht so einfach, zu zweit noch weitere Passagiere zu finden, weil die Venezuelaner meistens in großen Familienclans anreisen und immer gleich ganze Boote mieten. Nachdem wir von einem Bootsfahrer zum nächsten weitervermittelt wurden und schon nicht mehr daran glaubten, hat es schließlich doch geklappt. Wir bretterten mit einem Affenzahn übers Mehr und kamen 15 Minuten später auf Sombrero an.

Die Insel ist klein, man kann innerhalb einer halben Stunden einmal ringsherum laufen. Der Tag dort war herrlich, das Wasser türkisblau, am Strand standen schattenspendende Palmen und die Chicas sahen aus, als kämen sie direkt aus dem Finale einer Miss-Wahl. :)

Am späten Nachmittag bin ich noch ein bisschen alleine am Strand rumgeschlendert, während Johannes gelesen hat, als mich eine hübsche Mutter mit zwei hübschen Töchtern fragte, ob sie mich mit ihren beiden Töchtern fotografieren dürfte. Schwuppdiwupp hatte ich links und rechts jeweils eine im Arm und grinste in die Kamera. Dann wollte die Mutter auch noch ein Foto mit mir, kuschelte sich in meinen Arm und die Tochter knipste nochmal. Wir haben noch bisschen geschnackt, dann musste ich weiter, weil unser Boot zurück aufs Festland fuhr. Solche Momente sind einfach magisch am Reisen, finde ich. :)

Gleich geht’s nochmal Richtung Fleischberg, heute aber vielleicht mal bei ’nem anderen Schlachter. :)

One thought on “Inselparadies im Nationalpark Morrocoy”

  1. what the heck? Ich les hier nur von hübschen Mädels, die vorbeiziehen…
    kommt da auch ma wat rum bei? :-)

    aber nicht schlecht actually.

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