Dschungeltrekk zur Ciudad Perdida – Tag 1




 
Heute Morgen ging es los auf unseren Dschungeltrekk zur Ciudad Perdida, der verlorenen Stadt. Sie wurde von 700 bis 1300 nach Christus vom Volk der Tayrona errichtet und erst 1970 entdeckt. Man kann sie nur zu Fuß erreichen, inklusive Rückweg entweder in einem 4, 5 oder 6-Tages-Trekk. Wir haben uns fit genug gefühlt, die Tour in 4 Tagen zu stemmen.

Heute Morgen um 10 Uhr ging es los per Jeep Richtung Dschungel. Wir waren 14 Leute, die meisten quatschten gleich munter drauf los, Travellergelaber über Gott und die Welt. Ich war noch leicht angeschlagen von der Taganga-Feierei und hatte echt keinen Bock auf quatschen, Johannes auch nicht so viel. So richtig sympathisch waren mir die anderen nicht, außer Johannes‘ Tauch-Kollege namens Steven und seine Freundin Lauren. Nach einer Stunde Straßenfahrt ging es offroad über eine holprige Piste in den Dschungel rein. Nach einer weiteren Stunde hielten wir an und wurden rausgeworfen.

Wir lernten unseren Führer Juan Carlos kennen und es stellte sich heraus, dass Steve, Lauren, Johannes und ich ihn sozusagen als Privat-Führer für uns allein hatten, weil wir extra nach ihm gefragt hatten. die anderen waren mit einer größeren Gruppe von 15 Leuten unterwegs. Wir bekamen eine letzte Stärkung, Sandwiches mit Schinken und Käse, dann ging es zu Fuß los in den Dschungel.

Lauren und Steven waren recht geschwätzig, der Weg war nicht allzu anstrengend und so schnackten wir die ganze Zeit über dies und das. Juan Carlos war ein netter Kerl, er lebte seit seiner Kindheit in diesem Dschungel und kannte scheinbar jeden, der uns über den Weg lief und erzählte uns einige Geschichten über die Gegend. Der Weg zur Ciudad, den wir liefen, war früher eigentlich der Rückweg des Trekks. Der originale Weg wurde aber vor eineinhalb Jahren geschlossen, da die indigenen Bewohner der Gegend sich vor dem Einfluss der Touristen schützen wollten, deshalb gab es nun nur noch diesen einen Weg für beide Richtungen.

Die Landschaft war wunderschön, der Weg führte über Berge, durch grüne Täler, hin und wieder mussten wir einen Fluss durchqueren oder konnten kurz darin schwimmen. Nach so 2 Stunden marschierten wir für eine Stunde einen ganz anständigen Anstieg hoch, bald waren unsere T-Shirts komplett von unserem Schweiß durchtränkt. Weil ich vorher gehört hatte, dass es sowieso nichts bringt Wechselklamotten mitzunehmen, hatte ich nur ein einziges Tages-Shirt dabei. Das war nun in Schweiß gebaded und würde mich also für die nächsten 4 Tage begleiten.

Nach insgesamt 4 Stunden kamen wir in unserem Nachtcamp an, ein ganz nettes, überdachtes Örtchen mit einer Küche, Duschen und Hängematten. Juan Carlos erzählte, dass es vor einiger Zeit mal eine Firma gab, die Trekks zur Ciudad anbot, aber nicht mit den indigenen Völkern der Gegend zusammenarbeiten wollte und alles Geld für sich behielt. Das ging aber nicht lange gut, denn der Chef der Firma wurde bald darauf umgebracht. Inzwischen wird die touristische Infrastruktur, also Unterkünfte und Essen, von den Einwohnern des Urwalds zur Verfügung gestellt, die dadurch einen Teil des Geldes abbekommen.

Der Tag war zwar anstrengend, aber alles in allem ok. Ich hatte mir für den Trekk neue Wanderschuhe gekauft und mir Sorgen gemacht, Blasen zu bekommen, weil sie noch nicht eingelaufen waren, aber bis jetzt ist alles super. Juan Carlos kochte uns ein leckeres Abendessen, Chicken mit Reis, wir tranken mit Steven und Lauren noch ein paar Bierchen und schwatzten eine ganze Weile.

Gleich geht’s ab in die Hängematte, morgen früh starten wir um 7 Uhr durch auf einen 7-8 Stunden-Marsch.

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