Atemberaubende Landschaften



 

Letzte Nacht hab ich fast kein Auge zugetan, weil meine Matratze hart wie ein Brett war. Die Morgendusche fiel auch aus, weil das Wasser im Hostel nicht funktionierte. Im Klo sammelte sich so ’ne interessante Mischung der Exkremente aller Gäste. :)

Antony und die Mädels haben sich heute Morgen auf einen Fußmarsch ins 14 km von Quilotoa entfernte Chugchilan begeben. Dort wollte ich zwar auch hin, aber nicht zu Fuß, lieber wollte ich die Gegend um Quilotoa noch bisschen erkunden.

SchafQuichua-MädchenFeldarbeitLandschaftLagune in grünDörfchenJungsFeld

Ich bin ’ne Weile am Kraterrand entlang gelaufen, der Blick auf die Lagune hat mich nach wie vor fasziniert. Dann bin ich querfeldein über Wiesen und Felder gezogen. Die Landschaft war sowas von umwerfend, dass ich mich kaum satt sehen konnte. Ewig weit konnte man kleine Häuschen und Dörfer sehen, unterwegs traf ich immer wieder Quichua, mal spielende Kinder, mal ein Päärchen bei der Feldarbeit. Mit allen schnackte ich kurz, sie waren sehr zurückhaltend, aber doch nett. Bisschen skeptisch schienen sie aber alle zu sein, was der blonde Gringo wohl will. Und kein einziger von ihnen hat jemals was von Deutschland oder auch nur Europa gehört. Ich hab dann immer gesagt, wenn man ans Meer von Equador fährt und noch vieeeeeeel weiter, kommt man irgendwann dort an.

Mal wurde ich von zwei Hunden gejagt, die ein Feld beschützten, nach ’nem ordentlichen Spurt auf’s Nachbargelände gaben sie Ruhe… leider aber nicht der Nachbarhund, der direkt zur Jagd ansetzte. Ich rannte schließlich vom Feld runter auf ’nen Weg, das stellte endlich alle Bewacher zufrieden.

Wieder in Quilotoa angekommen ließ ich mir im Hostel noch ein Mittagessen braten, es gab, was es am Mittag und am Abend vorher auch schon gab und wahrscheinlich auch für immer und ewig geben wird: Suppe, Reis und Hühnchen.

Dann wartete ich am Straßenrand auf den Bus nach Chugchilan. Ne halbe Stunde passierte gar nichts, aber das ist irgendwie auch ein Stück Südamerika, sitzen und warten ohne sich die Bohne drum zu scheren. Schließlich kam ein Pick-up vorbei und fragte, ob ich nach Chugchilan wollte. Für drei Dollar würde er mich mitnehmen, ich war einverstanden. Ich landete auf der Ladefläche mit ’ner Quichua-Familie, drei Frauen und zwei Kinder. Ich tat mein bestes, um Konversation herzustellen, aber sie waren entweder extrem schüchtern oder hatten was gegen Gringos. Mit viel Mühe kriegte ich ab und zu ’ne Antwort auf ’ne Frage, aber mehr auch nicht.

Die Fahrt auf der Ladefläche war aber auf jeden Fall interessanter als jeder Bus, noch dazu auf der staubigen Holperpiste. Es schleuderte mich hin und her, aber egal, für mich war’s ein Abenteuer. Die Landschaft raubte mir nach wie vor fast den Verstand, wir kamen an grünen Tälern, kleinen Häuschen und Dörfern vorbei.

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