Silvester ohne Feuerwerk




 
Hätte ich nicht ab und zu mal auf’s Datum geschaut, hätte ich echt nicht mitgekriegt, dass gestern Silvester war. Wir saßen so bis 23 Uhr in unserem Hostelhof rum, tranken ein paar Bierchen und schnackten bisschen Traveller-Schnack. Dann setzten wir uns in die Spur und landeten in irgendeinem leerstehenden Wohnhaus, von dem eine Etage zur Partyarea umfuntioniert worden war. Es gab einen Balkon und die Stimmung war ziemlich nett. Als es 12 war, wurde kurz von 10 auf 0 gezählt, dann ging die Mucke wieder los und alle feierten weiter, als wäre nichts geschehen. Kein einziger Böller, keine Rakete, normales Nachtleben auf der Straße, sonst nichts. Diese Unaufgeregtheit hatte aber auch irgendwie was. :)

Wir zogen mit unserem Hostel-Trupp noch weiter und landeten in irgendeinem Club. Ich war bisschen eifersüchtig, weil ich der Meinung war, dass Stephanie mit irgendwelchen Kerlen rumschäkern würde, bis sie mir klar machte, dass das ein Schwulen-Club war. :) Wir gaben uns ganz gut die Kante und landeten um 6 Uhr morgens im Bett.

Gegen 10 sind wir aufgewacht, immer noch ziemlich besoffen und völlig fertig. Wir schleppten uns zum Busbahnhof und versuchten einen Minibus nach Jerusalem zu bekommen. Das System ist nicht ganz einfach, denn die Busse haben nur ca. 15 Plätze, aber sind sofort von einer Traube von 50 Menschen umringt, die sich reindrängeln wollen. Nachdem wir beim ersten Versuch gnadenlos untergegangen sind, hatten wir das System beim zweiten Bus geschnallt. Ich krallte mir den Türöffner, während der Bus noch fuhr, Stephanie blockte die Meute mit ihrem Körper ab und ruck zuck saßen wir drin.

In Jerusalem hatten wir das billigste Hostel gebucht für 50 Schekel (10 Euro) pro Nacht pro Dorm-Bett. Vielleicht hätten wir etwas mehr bezahlen sollen, denn wir sind in einem ziemlichen Loch gelandet. Die Betten sind so schmal, dass man fast raus fällt und alles ist dreckig und stinkt. Was soll’s, für zwei Nächte werden wir das überleben.

Wir haben unsere verkaterten Körper eine Stunde lang durch die Altstadt geschleppt, zu mehr waren wir nicht mehr in der Lage. Trotzdem bin ich von der Stadt gut geflasht, sobald man die Stadtmauer zur Altstadt hinter sich gelassen hat, schreitet man durch 700 Jahre alte Gassen. Hier ist so viel Geschichte auf einem Fleck, dass es einem einfach nur die Kinnlade runter klappen lässt. Ich bin gespannt auf morgen, wenn wir mit etwas mehr Energie unterwegs sind.

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