Iquique, letzter Stopp in Chile




 
Bin gestern mit dem Bus von San Pedro nach Iquique weiter gezogen. Unterwegs gab’s ’nen adrenalinreichen Zwischenfall: Beim Umsteigen in Calama checkte ich meinen Rucksack im Bus ein, der mich weiter nach Iquique bringen sollte. Ich fragte den Fahrer, ob noch genug Zeit wäre um im Terminal ’ne Flasche Wasser zu kaufen. Er nickte, ich sprintete los. Die Verkäuferin arbeitete allerdings mit ’ner Extraportion südamerikanischer Gelassenheit, bediente gemächlich jeden, der um mich rumstand und ließ sich nicht dazu bewegen, einfach mal fix die Flasche rüberzureichen.

Nach 5 Minuten hielt ich das Fläschchen schließlich in den Händen, ging zurück zum Terminal, stieg in der Bus ein und los ging’s. Irgendwie sahen die Leute aber so ganz anders aus als vorher, ich fragte lieber nochmal nach, ob das der Bus nach Iquique sei. Nein, war es nicht! Ich saß im falschen Bus und der nach Iquique war schon weg! Verzweifelt erklärte ich dem Fahrer, dass mein Rucksack ohne mich unterwegs ist. Er hielt an, rannte mit mir zu einem Taxi und erklärte dem Fahrer, dass er meinen Bus verfolgen sollte. Ich hätte mich in den Arsch beißen können, auf die dämliche Idee gekommen zu sein nochmal Wasser zu holen. Aber das Glück war auf meiner Seite, wir holten den Bus tatsächlich ein, überholten ihn, ich sprang auf die Straße, hielt ihn an und kam wieder mit meinem Rucksack zusammen.

Nach so viel Glück im Unglück konnte der Tag eigentlich nur noch gut enden. Tat er tatsächlich: In dem Hostel, in dem ich nach einer Bleibe fragte, war nur noch ein einziges Bett frei… im Girls-Dorm! Langsam gewöhne ich mich daran, das hatte ich in San Pedro auch schonmal für zwei Nächte. Und das Hostel ist auch genial, direkt am Strand.

Mit Plantschen war heute allerdings nicht viel, weil’s ziemlich wolkig war. Bin deshalb mal ’nen Tag shoppen gegangen. Hier gibt’s ’ne riesige Duty Free Zone, hat irgendwas mit der Nähe zu Peru zu tun. Ich war aber ziemlich enttäuscht davon, denn wirklich billig sind nur Parfüm und Alkohol. Hab mir ein Düftchen gegönnt und später in der Stadt noch Schuhe und T-Shirts. Iquique ist mein letzter Stopp, bevor’s weiter nach Peru geht. Deshalb will ich den Freuden des Konsums noch etwas fröhnen, bevor das Leben rauh und entbehrlich wird.