Am Ballermann gestrandet

El Arenal – Erst die Arbeit, dann der Ballermann

Ein Teil unseres Trupps wurde mit einem Großeinkauf im eine Autostunde entfernten Supermarkt beauftragt. Doch daraus wurde nichts, denn da war dann noch der Ballermann…



 

Drei Arbeitstage auf Mallorca liegen nun hinter mir, manchmal draußen, manchmal in der Finca, weil es immer mal wieder geregnet hat. Am schönsten fand ich das Arbeiten unterm Olivenbaum auf der Terrasse, mit einem lauen Lüftchen, das mir um die Nase wehte und Blick auf die herrliche nordmallorcinische Bergwelt.

Arbeiten unterm Olivenbaum
Arbeiten unterm Olivenbaum

Drei Tage reichten dann aber auch und es war an der Zeit, mal wieder aus unserer Bucht raus zu kommen. Zu viert fuhren wir los in Richtung Südküste. Unser Häuschen ist so abgelegen, dass der nächste Supermarkt eine Autostunde entfernt ist. So hatten wir vom Rest der Truppe den Auftrag bekommen, die zur Neige gegangenen Essensvorräte unterwegs wieder aufzufüllen.

Ballermann – Besuch zur Allgemeinbildung

Wo wir nun einmal im Süden waren, war auch El Arenal nicht mehr weit und damit auch der Ballermann 6, von dem wir uns eigentlich so fern wie möglich halten wollten. Doch auf einmal beschlossen wir, doch mal eine Stippvisite dort einzulegen, nur aus Gründen der Allgemeinbildung natürlich.

Sonnenuntergang in El Arenal
Sonnenuntergang in El Arenal

Erinnerungen an Marusha

Ich war als 17jähriger schonmal in El Arenal, das war meine erste Reise ohne Eltern, zusammen mit einem Freund. Damals spielte sich mein Urlaubsleben ausschließlich zwischen dem Hotel, dem Strand und der Discothek Megapark ab, wo allabendlich deutsche Techno DJs wie Marusha, DJ Dick oder Hardsequencer eingeflogen wurden. Mehr hatte ich damals nicht von El Arenal gesehen, so war es gut, den Ort nochmal neu kennen zu lernen.

Ich fand die Stimmung in El Arenal diesmal erstaunlich entspannt. Am Strand war es richtig schön, die goldgelbe Abendsonne tauchte den Strand in ein wunderschönes Licht und von saufenden Touri-Horden war auch nichts zu sehen. Das mag aber auch an der Jahreszeit liegen, Anfang Oktober ist nun schon Nachsaison und es sind weniger Menschen als in den Ferien hier unterwegs.

Am Ballermann gestrandet
Am Ballermann gestrandet

„Dicke Titten und Kartoffelsalat“

Direkt am Ballermann gab es sie aber dann doch, die Trupps mit „Dicke Titten und Kartoffelsalat“ T-Shirts und Kofferboxen, aus denen deutsche Schlager dröhnten. Aber irgendwie fand ich das in diesem Moment wirklich ganz unterhaltsam anzuschauen. Der Gegensatz zu unserer verlassenen Bucht im Norden der Insel hätte kaum größer sein können und genau das machte das ganze so amüsant.

Ruckzuck hatten wir Bier und Sangria auf dem Tisch stehen und waren im Partymodus. Das heißt, drei von uns waren im Partymodus. Johannes war unser Fahrer, eigentlich wollten wir ihn überzeugen, ordentlich mitzufeiern und später am Strand zu schlafen, bis wieder irgendjemand fahrtüchtig gewesen wäre. Doch er hielt sich erstaunlicherweise zurück und passte gut der Rasselbande auf.

Die war nicht aufzuhalten, nach dem Ballermann ging es weiter in den Bierkönig, von dort zur Discothek Oberbayern, die leider noch geschlossen hatte, dann weiter zum Megapark, wo es Bier mit Kurzem für einen Euro gab. Als sich die Türen zum Disco-Keller des Megaparks öffneten, stürmten wir auch dort hinein. Das war meine alte Wirkungsstätte, hier hatte ich damals zu Marusha und Co gefeiert! Diesmal versuchte eine Band auf der Bühne, den kläglichen Haufen von 20 Gästen zum Tanzen zu bringen. Für ein paar Minuten klappte das bei uns auch, bevor uns zu langweilig wurde und wir wieder nach draußen gingen.

Entsetzte Gesichter bei unserer Rückkehr
Entsetzte Gesichter bei unserer Rückkehr

Entsetzte Gesichter bei unserer Rückkehr

Inzwischen waren wir ganz froh, dass Johannes nüchtern geblieben war, so konnte er uns gegen Mitternacht wieder eineinhalb Stunden lang zurück zu unserer Bucht fahren. Dort wartete der Rest der Truppe schon ausgehungert auf den angekündigten Großeinkauf. Verdammt, der Einkauf! Zwischen Ballermann und Megapark hatten wir keinen Gedanken mehr daran verschwendet. „Zu nichts nütze seid ihr, zu nichts zu gebrauchen!“ war die entrüstete Reaktion. Nun hieß es Essensreste zusammenkratzen, um am nächsten Tag einen neuen Einkaufsversuch zu starten.

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