11.06.2008

Die Nina aus der Schweiz

Gestern Abend steh ich so an der Hostel-Bar, bestell mir ein Bierchen und hör so, wie neben mir eine weibliche Stimme ‘nen Caipiroshka bestellt. Mein Blick schweift nach links und bleibt in einem überaus ausladenden Dekolete hängen. Ich sag zur Besitzerin den bemerkenswert originellen Satz: “Ah, you’re trying the Caipiroshka?” Da lacht sie mich an, wir quatschen bisschen und kommen schließlich drauf, dass wir uns auch auf Deutsch unterhalten können, weil sie Schweizerin ist.

Sie heißt Nina und hat ein Jahr lang in Rio gearbeitet, ist dann ein halbes Jahr durch Südamerika getravelt und hatte nun noch zwei Tage, bevor’s zurück in die Schweiz geht. Sie war nicht die schlankeste, “drall” würde der Dicke wohl sagen. :) Bisschen Dachboden-Johanna-Style, noch bisschen mehr vielleicht. Sie hatte aber eine superruhige, entspannte und liebe Art, in meiner mir immer noch in den Knochen sitzenden After-Party-Depri war das genau das, was ich brauchte.

Ich schlug vor, zusammen essen zu gehen. Nina kannte in Rio jede Ecke und schleppte mich zu ‘nem leckeren Restaurant mit lokalen Spezialitäten. Sie meinte, ich müsste ein “Picanha” probieren. Wir bekamen eine mit Fleisch beladene Platte mit ‘nem Feuerchen drunter auf den Tisch gestellt, auf der man sich selber was zurecht brutzeln konnte. Unglaublich lecker, unglaublich viel Fleisch mit unglaublichen Mengen an Pommes und Reis dazu. Ich beschloss, auf die Beilagen zu verzichten und mich komplett mit Fleisch zu mästen. :)

Wir tranken ein Weinchen und quatschten gemütlich. Nina sprach wie alle Schweizer in halber Geschwindigkeit, war dabei angenehm unaufdringlich und hatte doch ihre ganz eigene Art, die in mir ein wohlig warmes Gefühl aufsteigen ließ. Irgendwann zogen wir weiter, ich schlug vor, noch in ‘ner Bar vorbei zu schauen. Es gab aber nichts wirklich vielversprechendes in der Nähe, deshalb beschlossen wir, noch ein Gute-Nacht-Bierchen im Hostelhof zu trinken.

Wir setzten uns auf ‘ne Couch neben dem Pool und laberten so dies und das. Ich überlegte hin und her, ob ich sie wohl knutschen sollte und beobachtete ihre Körpersignale. Sie rutschte entspannt tiefer in die Couch, mir schien das alles sehr vielversprechend. Irgendwann schnappte ich mir ihren Kopf, unterbrach sie mitten im Satz und wir fingen an zu knutschen.

Sie küsste voll süß, langsam, mit viel Gefühl und Wärme. Genau das richtige, um meine am Wochenende entleerten Serotoninspeicher wieder etwas aufzufüllen. Sie machte auch keine Anstalten, damit aufzuhören, also knutschten und kuschelten wir bestimmt ‘ne Stunde am Stück, bis wir schließlich ziemlich müde wurden.

Wie sich herausstellte, schliefen wir beide im selben Dorm-Room, allerdings leider mit 6 anderen Leuten zusammen. Also sagten wir uns einfach gute Nacht, hüpften in unsere Betten und ratzten ein.

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