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Es geht los, Abflug nach Malaysia!



Yeah, yeah, yeah, es ist mal wieder soweit! Der Rucksack ist gepackt und vor Stephanie und mir liegen 3 Wochen Travelling durch Südostasien. Um 17:30 Uhr, also in 4 Stunden, startet unser Flug nach Kuala Lumpur (Malaysia), wo wir morgen um 15 Uhr Ortszeit aufschlagen werden.

Wir haben drei Wochen Zeit, uns durch Malaysia, Thailand und Kambodscha bis nach Vietnam durchzuschlagen. Am 18. März fliegen wir von dort aus zurück. Wird auf jeden Fall ein ziemlich sportliches Programm, vier Länder in drei Wochen sind mal ‘ne straffe Ansage. Uns war das gar nicht so bewusst bei der Flugbuchung. Auf Google Maps sah die Strecke so schön übersichtlich aus. Ein kurzer Check mit der Google Routenplanung ergab, dass das insgesamt nur ein reichlicher Tag Fahrtzeit wäre. Das sollte man in drei Wochen ja wohl locker schaffen, dachten wir, und schuppdiwupp war der Flug gebucht.

Ein bisschen Recherche ergab aber, dass die Google Routenplanung wohl nicht für Länder mit etwas abenteuerlicheren Straßenverhältnissen gemacht ist. Allein die relativ kurze Strecke von Bangkok (Thailand) bis Phnom Penh (Kambodscha) ist eine zweitägige Odyssee auf Schotterpisten. Außerdem ist das Grenzgebiet zwischen Malaysia und Südthailand anscheinend recht unsicheres Terrain, in dem sich Separatistengruppen herumtreiben, denen man besser keinen Besuch abstatten sollte. Über diese Grenze müssen wir auf jeden Fall drüber, wir können uns aber zum Glück im Westen ein bisschen um den Stress herumschlängeln.

Zu guter Letzt haben sich Thailand und Kambodscha kürzlich wieder an der Grenze beschossen, an der es seit Jahren Streit um den Preah Vihear Tempel gibt. Dem können wir aber südlich ganz gut ausweichen. Ich hab irgendwie immer so ein Glück, kaum hab ich ein Reiseziel, bricht dort auch gleich der Stress aus, wie damals in Südamerika auf dem Weg nach Kolumbien.

Aber da bekanntlich alles meistens etwas kühler gegessen als gekocht wird, freuen wir uns auf drei Wochen Sommer, Sonne, Inseln, Meer, Dschungel, Tempel und Abenteuer. Für die erste Nacht in Kuala Lumpur haben wir ein Hostel-Zimmer gebucht, dann schauen wir mal weiter.

Ich bin gerade ziemlich aufgeregt und mach mir Gedanken über alles Mögliche. Wie finden wir den Weg vom Flughafen zum Hostel ohne Internet? Kommen wir schnell genug nach Vietnam? Werden wir beklaut, was machen wir dann? Aber eigentlich ist das alles Mumpitz, schließlich hab ich in Südamerika ein halbes Jahr lang einfach so in den Tag hinein gelebt und alles hat immer irgendwie funktioniert. Man wird nur nach ‘ner Weile immer etwas zivilisationsgeschädigt und muss sich erstmal wieder auf’s Travelling-Leben einlassen. Aber kaum hat man den Rucksack auf dem Rücken und sitzt im holprigen Bus auf einer staubigen Schotterpiste ins Nirgendwo ist der Rest der Welt sooooo weit weg und es gibt nur noch das Hier und Jetzt. Das ist wie ein Schalter, der von einem Moment auf den anderen umgelegt wird und so wird’s auch diesmal sein.

Und los geht’s!

Gelandet in Kuala Lumpur



Mit dem Abflug in Berlin hat alles geklappt, nach ‘nem Zwischenstopp in Amsterdam ging’s 11 Stunden lang nach Malaysia. Das ist schon ‘ne harte Strecke, nach 3 Stunden taten mir alle Knochen weh und ich musste ernüchtert feststellen, dass gerade mal ein gutes Viertel geschafft ist. Schlafen konnte ich nur so zwei Stunden, Stephanie schaffte das bisschen besser.

Um 15:30 Uhr Ortszeit (+ 7 Stunden zu Deutschland) schlugen wir endlich in Kuala Lumpur auf. Der erste Schritt aus dem Flughafen war der Hammer: 35 Grad und die Luft zum Auswringen feucht, da läuft man wie gegen eine Wand. Wir haben uns dann ‘nen Bus ins Zentrum gesucht, war so eine Stunde Fahrtzeit.

So aus dem Fenster betrachtet ist Kuala Lumpur so ziemlich das, was ich erwartet habe: Hochhäuser, Schnellstraßen auf mehreren Etagen und ziemlich viel Beton. Auf dem Weg in die Stadt sind wir aber auch an Wäldern vorbei gekommen, die komplett aus Palmen bestanden, das sah super aus. Unterwegs hat es plötzlich wie aus Eimern gegossen. Im Moment ist hier gerade das Ende der Regenzeit, wird aber weiter nördlich wohl besser.

Unser Hostel liegt mitten in Chinatown, haben hier ein gemütliches Doppelzimmer mit Klimaanlage. Viel haben wir von der Gegend noch nicht davon gesehen, sind vorhin mal ‘ne Runde rumgelaufen und an vielen Ständen mit “Marken”-Klamotten und Straßenköchen vorbeigekommen. Ans Straßenessen haben wir uns noch nicht so richtig rangetraut, aber morgen probieren wir’s bestimmt mal aus und beten, dass unsere Mägen durchhalten. :)

Jetzt bin ich wirklich todmüde und falle sofort in mein Bett.

Tag in Kuala Lumpur



Heute haben wir Kuala Lumpur erkundet. Wir wohnen ja mitten in Chinatown, davon haben wir gestern schon bisschen was gesehen, vom Rest aber noch nichts weiter.

Wir sind vom Hostel aus losgelaufen und gleich auf einen buddhistischen Tempel gestoßen. War ‘ne richtig nette Atmosphäre da drin, alles roch nach Weihrauchstäbchen, der dort in Massen verbrannt wurden. Ich meine wirklich Massen, denn jeder hatte Batterien an Stäbchen in der Hand, die er zugleich abfackelte.

Dann liefen wir weiter Richtung Little India, den Stadtteil der indischen Einwanderer. Die Straßen waren plötzlich gesäumt von indischen Essensständen und man sah Frauen in bunten Gewändern. Kuala Lumpur scheint ein ziemlicher Schmelztiegel von Einwanderern verschiedenster Kulturen zu sein. Deshalb findet man sich hier ziemlich leicht zurecht, jeder spricht englisch und fast alles ist auf englisch ausgeschildert.

In Little India wagten wir uns an unser erstes Straßenessen heran. Wir stellten uns in die längste Schlange und hofften, dass die Einheimischen schon wüssten, wo es was genießbares gibt. Als wir an der Reihe waren, drückte man uns einen Teller mit Reis in die Hand, den wir dann selbst mit Soßen und Fleisch auffüllen konnten. Ich war mit der Soßenverteilung recht großzügig, was sich aber als fataler Fehler herausstellen sollte. Denn kaum nahm ich den ersten Bissen vom Fleisch, bekam ich eine Ahnung, was das Wort “scharf” bedeuten kann. Brennender Schmerz zog sich durch meinen Mund, ich spürte mit Hitzewallungen an den Stellen, wo sich das Fleisch sich seinen Weg Richtung Magen bahnte. Ich wollte mit Reis gegensteuern, aber der war ertränkt in nicht minder scharfer Soße, was das ganze zusätzlich anfeuerte. Wie auch immer, das gehört zum Abenteuer dazu, dachte ich, und aß das Fleisch komplett auf. Den Reis mit Soße ließ ich stehen, denn ich wollte meinen Magen nicht aufs Äußerste herausfordern. Nach dem Essen suchten wir verzweifelt nach einem Laden mit Getränkekühlschrank, um unsere geschundenen Münder mit irgendetwas zu kühlen. Die Rettung war schließlich eine eiskalte Cola, die das schlimmste Leiden linderte.

Dann machten wir uns auf den Weg ins sogenannte “Golden Triangle”, das Einkaufs- und Business-Zentrum von Kulala Lumpur. Dort streckt sich ein Wolkenkratzer neben dem anderen gen Himmel, schön ist das nicht unbedingt, aber schon irgendwie interessant zu sehen. Highlight waren auf jeden Fall die 452 Meter hohen Petronas Towers, zwei 452 Meter hohe Zwillingstürme und die zweithöchsten Wolkenkratzer der Welt. Sie sind in 170 Metern Höhe mit einer Skybridge verbunden, zu der man hoch fahren kann, aber leider waren für heute schon alle Tickets ausverkauft.

Egal, um die Ecke gab’s noch den Fernsehturm, der mit 421 Metern der vierthöchste Der Welt ist. Dort fuhren wir hoch und hatten eine perfekte Aussicht über die Stadt. Lustig: Auf einigen der umliegenden Wolkenkratzer gibt es Swimming-Pools ganz oben auf dem Dach. Die dort badende feine Gesellschaft fühlt sich garantiert unbeobachtet und ahnt dabei nicht, dass auf dem Fernsehturm so fette Teleskope stehen, dass sich jeder Touri ihre Speckfalten einzeln angucken kann. Das hab ich mir natürlich nicht nehmen lassen. :)

Bisschen schräg fand ich allerdings: Mit dem Ticket vom Fernsehturm konnte man noch einen “Zoo” besuchen, den sie unter dem Fernsehturm eingerichtet hatten. In ein paar Käfigen waren dort auf wenigen Quadratmetern Tiere zusammengepfercht, die teilweise schon halb tot aussahen. Ich frage mich, wer sich sowas ausgedacht hat. Als wenn irgendeinen Touri, der nicht so recht weiß, ob er die 38 Ringgit (ca. 10 Euro) für den Fernsehturm investieren sollte, der Zoo letztendlich überzeugen würde. Das ist einfach nur Tierquälerei.

Abends fuhren wir noch nach Chow Kit, im Lonely Planet stand, dass es dort einen quirligen malaysianischen Markt gibt. Am Anfang waren wir bisschen enttäuscht, weil wir nur Stände mit dem Nippes sahen, den es auch in Chinatown gibt. Etwas tiefer drin fanden wir aber das, wonach wir gesucht hatten: Schreiende Obsthändler, hackende Fleischer und allerlei seltsam aussehende Früchte. Zum Beispiel trafen wir auf einen Typen, der grüne, einen halben Meter lange, stachelige Früchte zerschnitt und eiförmige, faustgroße orange Teile herausholte. Wir fragten, ob wir mal kosten düften. Sowas hatten wir noch nie gesehen oder gegessen, es schmeckte ein bisschen nach Mango und war wirklich lecker.

Abends gingen wir wieder in ‘nem Straßenrestaurant essen. Inzwischen waren wir ja abgehärtet und unsere Mägen hatten zu meiner Überraschung immer noch nicht rebelliert. Also noch ‘ne Ladung drauf, diesmal fand ich’s gar nicht mehr so scharf. Die Schärfe von heute Mittag ist aber auch schwer zu toppen. :)

Morgen früh geht’s weiter auf die Insel Langkawi im Norden Malaysias. Weil wir bisschen in Eile sind haben wir uns ‘nen Flug geleistet, kostet nur 40 Euro und wir sind in einer Stunde da, statt 10 Stunden mit Bus und Fähre. Auf der Insel soll es wunderschöne Strände geben, aber inzwischen auch ziemlich viel mit Hotels zugebaut sein. Mal sehen, ich bin auf jeden Fall gespannt und es wird höchste Zeit, aus dem Großstadttrubel rauszukommen und die Sonne und das Meer zu genießen.

Angekommen auf der Insel Langkawi



Nach zwei Tagen Großstadt war es heute endlich an der Zeit, sich in Richtung Strand und Palmen aufzumachen. Um 11 Uhr stiegen wir ins Flugzeug und flogen auf die Insel Langkawi auf der wir nach einer Stunde landeten. Am Flughafen lernten wir einen Brasilianer kennen, mit dem wir uns ein Taxi zum Strandort „Pantai Cenang“ teilten. Er meinte, dass gerade fast alle Zimmer ausgebucht wären, aber hatte einen guten Tipp, wo wir noch was kriegen könnten. So haben wir jetzt ein ganz nettes Doppelzimmer in der Nähe vom Strand, nichts besonderes, aber mit Klimaanlage, was hier überlebenswichtig ist. Es kommt mir nochmal ein ganzes Stück wärmer vor als in Kuala Lumpur.

Kaum angekommen machten wir uns auf den Weg zum Strand. Der kann sich wirklich sehen lassen: Weißer Sand, Palmen und blaues Meer. Das Wasser ist unglaublich warm, bestimmt um die 30 Grad. Beim Schwimmen kommt man richtig ins Schwitzen, mehr als bisschen planschen tut man also besser nicht. Was bisschen nervig ist, sind ein paar Feuerquallen, die das Meer anscheinend genauso gemütlich finden. Stephanie hatte ein paar angespülte entdeckt, was ich erst nicht so richtig ernst nahm, bis mich eine beim Schwimmen direkt am Kinn erwischte. Hat sich ungefähr wie Brennnesseln angefühlt, war also nicht wirklich schlimm, aber richtig Lust zum Planschen hat man danach nicht mehr.

Das Strandörtchen hier ist schon sehr touristisch, alles in allem aber auf eine recht entspannte Art. Es wird zwar überall irgendwas verkauft und es gibt viele Hotels, aber alles ist trotzdem recht klein und übersichtlich. Morgen wollen wir mal den Rest der Insel erkunden. Dafür haben wir heute Abend noch ein Auto gemietet. Lustig war, dass die Autovermietung weder Führerschein noch Ausweis von mir sehen wollte, sondern sich einfach darauf verlassen hat, dass ich das Formular mit meiner echten Adresse ausfüllte.

Die Fahrt morgen wird bestimmt ziemlich abenteuerlich. Die Insel ist zwar nur ca. 20 x 30 km groß, aber in Malaysia wird links gefahren. Schon die wenigen Meter von der Autovermietung zum Hotel waren eine echte Herausforderung. Rechts sitzen und links schalten macht einem einen ordentlichen Knoten ins Gehirn. Am Anfang hab ich fast die links am Straßenrand parkenden Autos gerammt, weil ich nicht gerafft hab, dass ich auf der rechten Autoseite sitze und der linke Rand des Autos zwei Meter von mir entfernt ist. Nach ‘ner Weile ging das aber ganz gut. Mal sehen, wie der erste Kreisverkehr so wird, in den ich nach links einbiegen muss. Oder quer über eine Kreuzung rechts abbiegen. Alles extrem spannend. :)

Mit dem Auto über die Insel Langkawi



Gestern hatte Stephanie Geburtstag. Ich hatte am Abend davor noch 25 Kerzen gekauft und sie am Morgen damit geweckt. Dazu gab’s ein Geschenk und sie hat sich richtig gefreut, was wiederum mich gefreut hat. :) Dann ging’s los mit unserem Mietwagen, direkt in den Linksverkehr. Dass ich den linken Straßenrand nicht wegsäbeln darf, hatte ich ja schon gestern gerafft. Den Rest hatte ich erstaunlich schnell drauf. Ab und zu gab’s noch mal die eine oder andere Verwirrung, besonders beim Rechtsabbiegen, aber nach ’ner Weile fühlte ich mich ziemlich sicher.

Die Insel ist total grün und bewaldet. Es gibt viele Strände, ab und zu haben wir mal an einem angehalten und sind ins Wasser gesprungen. In den Wäldern trieben sich Massen an Affen herum, darunter auch ein paar Affenkinder, die waren echt schnucklig.

Unterwegs wollten wir an einem Wasserfall anhalten. Leider gibt’s dort wohl nur zur Regenzeit Wasser, er war völlig ausgetrocknet. Wir gingen trotzdem den Weg zum Wasserfall entlang und sahen wieder die süßen Affen dort sitzen. Doch sie schienen uns diesmal weniger süß zu finden, dann auf einmal setzten sie zum Sprint an und begannen uns zu jagen. Stephanie flüchtete in den Wald, ich rannte auf dem Weg davon. Nach ein paar Metern konnte ich sie abschütteln, doch kaum wurde ich langsamer, rannten sie wieder los. Sie gaben erst Ruhe, als ich wieder auf der Straße war und ihr Gebiet verlassen hatte. Stephanie zog im Wald kein Interesse auf sich, auf jeden Fall konnte sie unbehelligt entkommen. Wir mussten uns also von 1 Meter großen Affen in die Flucht schlagen lassen, ich wollte es echt nicht glauben. Aber es ist kein Spaß, von einem gebissen zu werden, das heißt Krankenhaus in Kuala Lumpur und sich Tollwutspritzen geben lassen.

Bei der Rückgabe des Mietwagens waren die Verleiher genauso gechillt, wie bei der Abholung: Sie gaben mir die Kaution zurück ohne sich das Auto nochmal näher angeschaut zu haben. Erst als wir den Laden verlassen hatten, machten sie sich ganz gemütlich in Richtung des Mietwagens auf. Hätten wir ‘ne Delle reingefahren, wären wir längst über alle Berge gewesen.

Abends zischten wir uns noch ein paar Bierchen rein und gingen was essen. Ich bestellte eine Suppe und lernte eine neue Stufe der Schärfe kennen. Es war einfach nur Schmerz im Mund, aber für das Erlebnis hab ich ein paar Löffel ertragen.

Die letzte Nacht war auf ihre Art spektakulär: Ich hatte gestern schon ganz zerstochene Arme und hielt das für Mückenstiche. Heute Nacht spürte ich aber plötzlich etwas über meinen Körper krabbeln. Als ich das Licht anschaltete, sah ich, dass das Bett von Wanzen bevölkert war. Stephanie bekam komischerweise gar nichts ab, aber ich habe inzwischen so um die 100 Bisse an beiden Armen, die jucken wie die Hölle.

Heute Morgen sind wir um 9 Uhr mit der Fähre nach Ko Lipe in Thailand aufbrochen. Wir befinden uns gerade auf der Überfahrt und freuen uns auf noch mehr Sand und Palmen.

Sonne, Sand und Meer auf Koh Lipe



Als wir gestern auf Koh Lipe ankamen, mussten wir erstmal ins Immigration Office, denn wir sind ja von Malaysia nach Thailand eingereist. Das Reisewetter war durchwachsen. In Malaysia war die Luftfeuchtigkeit recht hoch, sodass es schwül war. In Thailand war es dann nur warm. Das Immigration Office ist allerdings einfach eine lustige, kleine Hütte am Strand, wo die Neuankömmlinge ihren Stempel in den Pass gedrückt bekommen.

Die Insel ist wirklich gechillt und total winzig. Es gibt keine Autos und man kann in 10 Minuten vom West- zum Oststrand laufen. Wir haben uns eine kleine Hütte 30 Meter vom Meer entfernt gemietet, aus der kann man praktisch direkt ins Wasser fallen.

Das haben wir auch gleich nach unserer Ankunft getan. Das Meer ist etwas kühler als auf Langkawi, so dass man sich wirklich etwas erfrischen kann. Das ist auch dringend nötig, denn hier ist es nochmal heißer als bisher, bestimmt am Nachmittag mehr als 35 Grad. Nach ein paar Metern Laufen zerfließt man wirklich und will schnell wieder ins Wasser springen.

Es gibt hier eine Straße mit Restaurants und Touri-Shops, über die man gemütlich streunen kann. Allerdings wird in einer etwas abgelegeneren Ecke der Insel deutlich, dass nicht alle etwas vom Touristen-Kuchen abbekommen haben. Dort sahen wir Menschen in ärmlichsten Wellblechhütten hausen, die uns mit finsterer Mine musterten. Es sah aus, als wären wir in einem Ghetto gelandet.

Zum Abendessen habe ich mich an einem grünen Thai Curry versucht. Es war richtig lecker und natürlich wieder mal unglaublich scharf, aber so langsam gewöhne ich mich daran. Ich glaube, wenn ich wieder in Deutschland bin, finde ich jedes Essen fad. :)

Als es dunkel war haben wir uns am Strand auf Strohmatten gechillt, Bierchen getrunken und uns die Sterne angeguckt. Das ist Urlaub. :)

Noch mehr Sonne auf Koh Lipe und Aufbruch



Gestern verbrachten wir noch einen Tag auf Koh-Lipe. Morgens stieg ich aus dem Bett, zog mir meine Badehose an und „duschte“ im Meer, herrlich. Ansonsten machten wir nicht viel mehr als am Tag davor: Im Wasser rumplanschen, am Strand liegen und chillen. Unsere aktivste Unternehmung war ein zehnminütiger Fußmarsch zum Sunset-Beach. Dort nahmen wir uns für 150 Baht (4 Euro) ein Taxiboot, um uns einmal um die Insel schippern zu lassen. Weil sie so klein ist, dauert das nur so 20 Minuten.

Dann haben wir beschlossen, am nächsten Tag weiter zu ziehen. Auf Koh Lipe kann man zwar so richtig schön versacken, aber wir wollen ja noch bisschen was sehen. Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Kaoh Sok. Dort gibt’s Dschungel, Affen und Hütten im Wald.

Heute Morgen haben wir uns auf den Weg nach Krabi gemacht, wo wir einen Zwischenstopp für eine Nacht einlegen müssen. Im Minibus hierher haben wir eine Deutsche und ein französisches Pärchen kennen gelernt, die supernett sind. Wir sind alle in der gleichen Unterkunft gelandet, sie besteht aus kleinen, gemütlichen Bungalows.

Abends waren wir alle zusammen auf dem Nachtmarkt von Krabi essen. Ich wollte dort gerne auf der Schärfe-Karriereleiter eine weitere Stufe nach oben kommen und habe auch was gegessen, was mich Feuer speien lassen hat. Ob es nun schärfer als das von gestern war, kann ich nicht wirklich sagen, inzwischen habe ich jeden Tag das Gefühl, das schärfste Essen der Welt zu essen. Lustig: Fred, ein Franzose aus dem Minibus, hat das gleiche Essen wie ich bestellt und gefragt, ob er es unscharf haben kann. Jaja, kein Problem, sagte man ihm. Als wir dann verglichen haben, gab es keinen Unterschied zwischen der scharfen und der unscharfen Variante. :)

Morgen früh geht’s weiter per Minibus in den Dschungel, wo wir zwei Nächte bleiben werden.

Angekommen im Dschungel



Heute morgen haben wir uns den Morgenmarkt in Krabi angeschaut. Er findet in einer großen Halle statt und es gibt dort alle Arten von Essen, viel Fisch, Gemüse und Kochstände. Dort haben wir typisch thailändisch gefrühstückt, was das gleiche wie thailändisches Mittagessen und thailändisches Abendessen ist: Reis mit Fleisch und scharfer Soße. :) Das Essen war unser bisher billigstes, da es diesmal keine Touri-Preise waren: 20 Baht (50 Cent) für einen Teller.

Dann haben wir uns zum Nationalpark Khao Sok aufgemacht. Haben uns ein Häuschen auf Stelzen gemietet und hoffen, dass die wilden Tiere nicht gewillt sind dort hoch zu klettern. :) Vor dem Nationalpark hat sich ein Örtchen mit Unterkünften und Touri-Krams gebildet. Dadurch fühlt es sich noch nicht soooo dschungelig an, denn es gibt hier Internet und Geldautomaten. Aber morgen werden wir uns den ganzen Tag lang auf einen Dschungel-Trek mit Führer begeben. Bin gespannt, wie das so wird, insgesamt ist es ein Fußmarsch von 20 Kilometern.

Wir haben hier heute ein Curry und frittierten Reis gegessen. War ein total kleines Lädchen, eine Frau hatte eigentlich nur ihr Wohnzimmer geöffnet und einen Herd an den Straßenrand gestellt. Wir fragten sie, ob sie uns was kochen würde und konnten zuschauen, wie sie in Minuten aus frischen Zutaten ein leckeres Essen zauberte. Sie meinte, sie hätte es extra mild gewürzt, aber inzwischen sind wir nicht mehr überrascht, was “mild” hier bedeutet. :)

Ein Tag im Dschungel



Gestern Morgen um 8 Uhr starteten wir zu unserem Dschungeltrip. Außer unserem Führer Kai war noch ein deutsches Pärchen dabei, Doro und Andi. Nach ein paar Kilometern auf der Ladefläche eines Pick-Ups ging es zu Fuß in den Wald auf einem Trampelpfad steil bergauf. Unser erstes Ziel war eine Lotusblume. Es gibt nur wenige davon und sie blüht nur eine Woche im Jahr. Es soll Leute geben, die extra hierher fliegen, um eine zu Gesicht zu bekommen. Wir hatten Glück, denn vor zwei Tagen hatte sich eine Blüte geöffnet. Sie hat einen Durchmesser von ca. einem halben Meter und verströmt einen fauligen Geruch, mit dem Insekten angelockt werden sollen.

Doro und Andi waren echt nett, wir haben bisschen mit ihnen geschnackt, aber irgendwann konnte keiner von uns mehr reden, denn der Hang wurde immer steiler und an uns lief der Schweiß in Strömen herab. Nach 1 ½ Stunden waren wir endlich auf der Bergspitze angelangt, nun ging es bergab. Das hatte aber auch so seine Tücken, denn glitschige Steine machten den Weg zu einem rutschigen Unterfangen und jeder von uns landete mindestens einmal auf dem Hintern.

Unser Führer Kai deutete plötzlich auf einen Blutfleck auf Stephanies Hose und erklärte uns, dass der von einem Blutegel käme. Unter der Hose war nur noch die Wunde sehen. Die Blutegel liegen auf dem Boden und kriechen am Bein hoch, sobald jemand vorbei läuft. Dann saugen sie sich fest, trinken eine Ladung Blut und fallen wieder ab. Dabei geben sie einen gerinnungshemmenden Stoff ab, so dass die Wunde stundenlang blutet. Das tut zwar alles nicht weh, ist aber schon ziemlich nervig. Die Dinger sind ganz klein, nur 3-4 cm lang. Kai meinte, dass sie nach einer „Mahlzeit“ zwei Jahre ohne frisches Blut auskommen können.

Kai war echt ein super Führer. Er macht den Job seit 18 Jahren und war auch oft wochenlang allein im Wald unterwegs, um Tiere zu sehen. Er erzählte, dass es sehr selten vorkommt, einen Tiger zu Gesicht zu bekommen. Vor 15 Monaten sah er schließlich einen, danach fiel er in ein tiefes Loch, weil er alle Tiere gesehen hatte, die er je sehen wollte und es keine Steigerung mehr gab. Da ging er ins Kloster und fragte die Mönche, was er tun könne. Sie rieten ihm, sich den Kopf zu rasieren, um seinen Geist zu reinigen. Danach ging es ihm wieder besser. Ich fand die Geschichte echt schön.

Nach drei oder vier Stunden Fußmarsch kamen wir schließlich an einem Wasserfall an. Ab diesem Punkt wurde es wirklich abenteuerlich. Wir mussten über hundert Meter an steilen Felsen abwärts klettern. Hin und wieder gab es ein Seil zum Festhalten, dann wieder eine Liane, das alles auf glitschigen Steinen und ab und zu im Wasser. Ein falscher Handgriff hätte uns abstürzen lassen, aber wir kamen alle ganz gut zurecht. Am Fuß des Wasserfalls machten wir Pause und konnten rumplanschen.

Danach ging es stundenlang weiter abwärts, insgesamt kletterten wir an vier Wasserfällen hinab. Es ist kaum zu beschreiben, wie anstrengend das war. Jede Sekunde musste man voll konzentriert sein und es war extrem anstrengend. Am Ende mussten wir den Fluss auf Felsen überqueren, dann kamen wir wieder auf einen Trampelpfad. Wir waren jetzt wirklich am Ende, hatten aber noch drei Stunden Fußmarsch durch den Wald vor uns. Andi war der Blutegel-Champion, er hatte insgesamt sieben von den Viechern abbekommen, seine Füße sahen aus wie ein Schlachtfeld. Ich bin zum Glück verschont geblieben. Um 17 Uhr kamen wir schließlich in unserem Örtchen an, pünktlich, bevor ein Wolkenbruch einsetzte. Wir hatten über 20 Kilometer Fußmarsch hinter uns und waren halb tot, aber glücklich, es geschafft zu haben.

Abends zischten wir uns mit Doro und Andi noch ein paar Bierchen rein und feierten so unseren erfolgreichen Dschungelmarsch. Kurz vorm Schlafengehen stach mich dummerweise ein großes Insekt in die linke Schulter. Ich konnte nur noch den langen Stachel herausziehen, der Einstich tat sauweh. Im Laufe der Nacht schwoll mein linker Arm komplett an, mein Gesicht wurde gelblich und ein wenig aufgedunsen. Ich hatte heute Morgen echt Schiss, dass das irgendwas gefährliches war und fragte die Besitzerin unserer Hütte, was man da tun könne. Sie meinte, es wäre keine Biene gewesen aber kannte den Namen des Insekts nicht auf Englisch. Es soll wohl nicht gefährlich sein, nur schmerzhaft. Sie war total süß und fragte, warum ich sie nicht schon nachts deswegen geweckt hätte. Dann rieb sie meinen Arm mit Tigerbalsam ein und meinte, ich solle später nochmal kommen für eine zweite Ladung. Bisschen Sorgen macht mir nur, dass die Schwellung im Moment noch leicht zunimmt. Ein zugeschwollener Hals mit Atemnot wäre gerade nicht so schick.

In zwei Stunden fahren wir mit dem Bus weiter nach Surat Thani, von dort fliegen wir heute Abend nach Bangkok. Spätestens am Flughafen wird es sicher einen Arzt geben, der mir was geben könnte, falls die Schwellung noch schlimmer wird.

Angekommen in Bangkok



Von Khao Sok aus sind wir heute Nachmittag zum Flughafen von Surat Thami gefahren. Nach einem kurzen Flug von einer Stunde und zehn Minuten sind wir in Bangkok aufgeschlagen. Als wir aus dem Flugzeug stiegen, liefen wir gegen eine feuchtheiße Wand. Es war nochmal um einiges heißer als bisher, obwohl es schon 9 Uhr abends war.

Mein Arm ist den ganzen Tag über ein wenig weiter geschwollen, hat dann aber irgendwann aufgehört und ist nun gleichbleibend dick. Mein Gesicht ist dafür wieder ganz ansehnlich. Unsere Hüttennachbarn in Khao Sok meinten, sie hätten Hornissen gesehen, ich kann mir gut vorstellen, dass das Stechviech, das mich erwischt hat, eine von denen war.

Heute machen wir wohl nicht mehr viel Stephanie ist total fertig vom Dschungel-Trip und kann sich nicht mehr bewegen. Wir haben ein Zimmer gefunden, das sich inzwischen als ziemlich schäbig herausgestellt hat. Stephanie hat dort ein paar juckende Flecken im Bett bekommen und wir hatten die Befürchtung, dass da Flöhe hausen. Aber sie hatte ja ihre gute Kosmetik mit und die Cremes waren schon eine große Hilfe. Wir sind jetzt in ein anderes Zimmer im gleichen Guest-House gezogen, das nicht weniger schäbig ist, mal schauen, wie die Nacht dort wird.